Neues Konzept in Arbeit

Kassel will Radverkehr fördern: Jeder Siebte soll auf den Sattel

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Fahrradfahrer im Blick: Die Stadt will den Anteil des Radverkehrs erhöhen. Unser Bild entstand an der Fünffensterstraße in der Innenstadt.

Kassel. Radfahren in Kassel soll attraktiver werden, damit noch mehr Menschen auf den Sattel steigen und das Auto stehen lassen. Das hat sich die Stadtverwaltung zum Ziel gesetzt.

Sie erarbeitet derzeit ein Radverkehrskonzept. Es soll aufzeigen, wo es Schwachstellen gibt und was man für Radfahrer verbessern kann.

Derzeit nutzen neun Prozent der Kasseler für ihre täglichen Wege das Fahrrad. Diesen Anteil will die Stadt bis 2030 auf elf bis 14 Prozent erhöhen – so sieht es der Verkehrsentwicklungsplan vor. „Die Hälfte aller Fahrten, die in der Stadt unternommen werden, sind unter fünf Kilometer lang“, sagt Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne). Hier könne das Fahrrad in vielen Fällen eine Alternative sein. Wenn mehr Menschen auf das Rad statt ins Auto stiegen, diene das vor allem dem Klimaschutz und der Luftreinhaltung, betonte Nolda.

Dr. Georg Förster, Leiter des Straßenverkehrsamts, Radverkehrsbeauftragte Anne Grimm, Verkehrsplanerin Lore Renner und Stadtbaurat Christof Nolda.  

Das neue Radverkehrskonzept kostet nach Angaben der Stadt 139.000 Euro, knapp die Hälfte davon steuert der Bund mit Geld als dem Programm „Nationale Klimaschutz-Initiative“ bei. In einem ersten Schritt hat die Stadt das Planungsbüro PGV aus Hannover damit beauftragt, den Zustand der Radverkehrs-Infrastruktur in Kassel unter die Lupe zu nehmen.

Für das Gutachten sind die Mitarbeiter die einschlägigen Strecken in Kassel abgefahren und haben überprüft, wo es Knackpunkte gibt. Für diese Stellen wird das Büro dabei gleich konkrete Vorschläge ausarbeiten, wie man die Situation verbessern könnte.

Bis April will die Stadt die von den Gutachtern aufgezeigten Schwachstellen und Verbesserungsvorschläge auswerten und eine Prioritätenliste erstellen. „Uns ist wichtig, die Sache analytisch und nicht ideologisch anzugehen“, betont Dr. Georg Förster, Leiter des städtischen Straßenverkehrs- und Tiefbauamts. „Radverkehr soll dort gefördert werden, wo es wirklich nützt.“

In Workshops sollen auch interessierte Bürger Ideen und Kritik einbringen können. „Wir wollen offen diskutieren und eine breite Zustimmung finden“, sagt Stadtbaurat Nolda. Im August 2017 sollen die Ergebnisse dann öffentlich vorgestellt werden. Anschließend muss die Stadtverordnetenversammlung über das Konzept beschließen.

Radverkehr in Zahlen

2 Fahrradstraßen, auf denen Radfahrer Vorrang haben, gibt es bisher: Menzelstraße (Südstadt) und Blücherstraße (Unterneustadt). Zwei weitere sind in Planung: Fiedlerstraße (Nord-Holland) und Schillerstraße (Rothenditmold).

8 touristische regionale Radrouten führen durch die Stadt. Außerdem gibt es zwölf städtische Fahrradrouten.

71 Rad-Signalgeber – also Taster, mit denen Radfahrer separat Grün an der Ampel anfordern können – gibt es in der Stadt.

260 Kilometer Gesamtlänge haben die ausgewiesenen Radwege in Kassel.

500 Leihfahrräder des Systems „Konrad“ sind in Kassel im Einsatz. Es gibt 59 Stationen, an denen man sie ausleihen und abgeben kann.

1300 Fahrradbügel zum Anschließen von Rädern sind im Stadtgebiet vorhanden. 

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