Kassel wird 1099: Noch ein Jahr bis zum Jubiläum

Kassel. Actum Chassella – exakt vor 1099 Jahren, am 18. Februar 913, hat König Konrad I. ein Schriftstück so unterzeichnet. Es war die erste Erwähnung Kassels. Und exakt ein Jahr vor dem großen Geburtstag gibt die Stadt nun einen Abdruck dieser ersten Urkunde heraus.

Kurzclip: Martini-Jubiläumspils

Stadtarchivarin Dr. Alexandra Lutz hat den Faksimile-Druck der Urkunde während einer Feierstunde im Palais Bellevue vorgestellt – „der kleine Geburtstag vor dem großen Jubiläum“, sagte Kassel-1100-Projektleiter Hans-Jochem Weikert. Mit dem Schriftstück hat König Konrad seinerzeit die Rechte des westfälischen Frauenklosters Meschede bestätigt. Für den König war das nur ein Verwaltungsakt – für Kassel aber der erste Beweis seiner Existenz. „Es gibt zwar keinen direkten inhaltlichen Bezug zum heutigen Kassel“, sagte Lutz, „aber die Urkunde zeigt, dass hier zu diesem Zeitpunkt ein Königshof existiert haben muss.“

Kurzclip: Kassels Ersterwähnungsurkunde

Das Stadtarchiv hat diese und ein weiteres Dokument vom selben Tag, das dem Kloster Hersfeld Immunität zusicherte, bei Archivrecherchen in Marburg und Münster gefunden. Der beidseitige Abdruck, der ab sofort für elf Euro in der Tourist Information des Rathauses verkauft wird, sei eine originalgetreue Wiedergabe des vergilbten Dokuments, sagt Lutz – inklusive Altersflecken auf dem Papier und Hakenkreuzadler des Archivs auf der Rückseite.

Entziffern können das Schriftstück sicher nur Mittelalterforscher, denn es ist auf Latein und in diplomatischer Minuskelschrift verfasst. Deshalb sind eine Übersetzung und Erläuterungen beigefügt. Doch nicht nur das Stadtarchiv hat sich etwas einfallen lassen: Die Martini-Brauerei hat ihr Kasseler Premium Pils zum Jubiläumspils weiterentwickelt.

Kurzclip: Himmelsstürmeruhr

Das ziert nicht nur das Kasseler Wappen, sondern wird nun mit der neuen Hopfensorte Herkules gebraut, die über zehn Jahre im Hopfenanbaugebiet Hallertau in Bayern entwickelt wurde. „Dieser neue Hopfen verleiht dem Bier eine harmonische, aber nicht zu kräftige Bitternote“, sagte Walter Schmidt vom Vorstand des Einbecker Brauhauses, der das neue Bier vorstellte. Von jedem Bierkasten, der bis Ende 2013 verkauft wird, fließen 25 Cent in die Jubiläumskasse der Stadt.

Die Kasseler Stadtgeschichte hier im RegioWiki

Als drittes Produkt stellte der Kasseler Uhrmachermeister Werner Siebeneicher die Himmelsstürmer-Uhr vor. Das Zifferblatt ziert eine Gravur des Wahrzeichens und das Kassel-1100-Logo. Die Uhr aus Edelstahl ist auf 1500 Exemplare limitiert. Der Juwelier Siebeneicher, Wilhelmstraße 27, verkauft sie zum Preis von 49,90 Euro und stiftet davon fünf Euro für das Jubiläum. (mcj)

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