SPD stürzt ab

Kassel wird grün: Endergebnis der Kommunalwahl liegt vor

Kasseler Rathaus
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Im Kasseler Rathaus werden die Grünen künftig die stärkste Fraktion stellen.

Was der Trend andeutete, hat das am Mittwoch vorliegende vorläufige Endergebnis der Stadtverordnetenwahl bestätigt: Die Grünen sind nach dieser Kommunalwahl erstmals stärkste Kraft in Kassel.

Kassel – Mit 20 der 71 Sitze in der Stadtverordnetenversammlung lösen sie die SPD als traditionell größte Fraktion ab.

Unter Spitzenkandidatin Awet Tesfaiesus holen die Grünen 28,7 Prozent der Stimmen und gewinnen 7 Sitze hinzu. Ein Verlierer dieser Wahl ist die SPD, die mit 24,6 Prozent und 17 Sitzen ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Kommunalwahl in Kassel einfährt. Weiterer Wahlverlierer ist die AfD, die 4 Sitze erhält und damit die Hälfte ihrer Mandate einbüßt. Relativ glimpflich davon kommt die CDU mit 19,2 Prozent und 14 Sitzen. Zulegen kann die Linke mit jetzt 11,6 Prozent und 8 Sitzen.

Die neue Stadtverordnetenversammlung wird sich am 19. April konstituieren. Nach der Wahl gibt es mehrere Möglichkeiten für eine neue politische Mehrheit in Kassel. Das einzige Zweierbündnis und die wohl wahrscheinlichste Verbindung ist eine grün-rote Koalition. Grüne und SPD würden zusammen auf 37 der insgesamt 71 Sitze kommen. Rechnerisch sind auch diverse Dreierbündnisse möglich – etwa das von Grünen, CDU und FDP.

Welche Themen für sie bei der Bildung einer Koalition wichtig sind, haben die Grünen schon zum Ausdruck gebracht. „Die Wahl hat gezeigt, dass dringend mehr Einsatz für sichere Radwege, für eine offene und vielfältige Stadt, für mehr Bildungsangebote und nicht zuletzt für ein klimaneutrales Kassel gebraucht wird“, sagte Parteichefin Vanessa Gronemann. „Dieses super Ergebnis motiviert uns, stabile Mehrheiten im Rathaus zu bilden, um diese Aufgaben anzugehen.“

In einer grün-roten Koalition, die es in Kassel bis 2016 und danach zeitweilig mithilfe von Fraktionslosen gab, würde die SPD nur Juniorpartner sein. „Natürlich ist die Kasseler SPD enttäuscht über den Ausgang der Kommunalwahl“, erklärten Spitzenkandidat Patrick Hartmann und Parteichef Ron-Hendrik Hechelmann. Den bundesweiten SPD-Trend habe man nicht kompensieren können. Die SPD wolle aber die Stadt weiter gestalten und Verantwortung übernehmen.

Michael von Rüden, Spitzenkandidat der CDU, zeigte sich „durchaus zufrieden“ mit dem Resultat seiner Partei. Das Aufschlagsrecht hätten jetzt die Grünen. „Sie müssen entscheiden, mit wem sie reden wollen.“

Neben dem Ergebnis für die Stadtverordnetenversammlung lagen gestern Nachmittag auch die Resultate für die einzelnen Ortsbeiräte vor. (Andreas Hermann)

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