Bürgerinitiative kämpft für mehr Aufenthaltsqualität

Verkehrsader: Wolfhager Straße ist "kein lebenswerter Ort"

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Fordern weniger Verkehr: Elisabeth König (Ortsvorsteherin Kirchditmold, von links), Helmut Hartmann, Günther Wolfgang und Waltraud Hartmann (alle Runder Tisch) und Reinhard Wintersberger (Ortsvorsteher Harleshausen).

Die Wolfhager Straße ist mit 11,8 Kilometern die längste Straße der Stadt. Sie ist mit bis zu 45.000 Autos pro Tag aber auch eine der am meisten befahrenen.

Für die Anwohner der Verkehrsader, die vier Stadtteile verbindet, ist dies eine enorme Belastung. „Die Straße ist kein lebenswerter Ort“, findet Günther Wolfgang vom „Runden Tisch Humanisierung der Wolfhager Straße“. Die Initiative kämpft seit drei Jahren für Verbesserungen.

Es handelt sich um ein Bündnis, in dem auch die Ortsbeiräte von Nord-Holland, Rothenditmold, Kirchditmold und Harleshausen an einem Strang ziehen. Ziel sei eine „ Straße mit Aufenthaltsqualität“, so die Initiatoren. Dazu gehörten breitere Bürgersteige, eine attraktive Gestaltung von Plätzen, durchgängige Radwege und weniger Verkehr.

Hoffen auf Straßenbahn

Um eine Reduzierung des Autoverkehrs zu erreichen, setzt die Initiative ihre Hoffnungen in die von Oberbürgermeister Christian Geselle forcierte Straßenbahnanbindung für Harleshausen über die Wolfhager Straße. Durch die ab 2021 vorgesehene Sanierung und Aufweitung der Drei Brücken wird der Bau einer Straßenbahnstrecke zwischen Innenstadt und Harleshausen möglich. Die Mitglieder des Runden Tisches erinnern in dem Zusammenhang an die alte Linie 7, die einst Rothenditmold mit der Innenstadt verband. Sie fuhr bis 1971 bis in Höhe der Valentin-Traudt-Schule.

Blick zurück: Wolfhager Straße im Jahr 1909 mit Blick in Richtung Rothenditmolder Kirche und Schule. 

Die Anwohner der Wolfhager Straße würden massiv unter dem Verkehr leiden, so Elisabeth König (Grüne), Ortsvorsteherin von Kirchditmold. In einigen Abschnitten reicht die Wohnbebauung bis unmittelbar an die Straße – entsprechend laut ist es in den Häusern. Die Häuser stünden zum Teil seit 160 Jahren, als die alte Radialstraße noch als Handelsweg ins Umland diente, erzählt Helmut Hartmann von der Bürgerinitiative. „Die alten Häuser haben sich nicht bewegt, doch die Straße ist gewachsen.“

Bei einer Befragung von Passanten sei herausgekommen, dass jeder bemüht sei, die Straße so schnell wie möglich wieder zu verlassen. Radfahrer würden „aus Notwehr“ auf die Bürgersteige ausweichen, weil ihnen das Fahren auf der Straße zu gefährlich erscheine.

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Städtische Pläne für Straße und Umfeld

  • Für das Schillerviertel wird eine Potenzialanalyse erarbeitet, die Grundlage für städtebaulichen Rahmenplan werden soll.
  • Auf Areal des Unterstadtbahnhofs wird Gewerbe angesiedelt.
  • Auf dem Henschelareal soll perspektivisch ein Quartier aus kulturellen Einrichtungen, Dienstleistungen und möglicherweise Wohnungsbauten entstehen. Hierzu muss jedoch erst vom Eigentümer des Areals ein städtebaulicher Rahmenplan erstellt werden.
  • Im Bereich Mombachstraße besteht Baurecht für weitere Mehrfamilienhäuser, die die bestehenden ergänzen sollen.
  • Im Bereich „Blüthlinde“ zwischen Wolfhager Straße und Maybachstraße soll ein Quartier für Gewerbe und Wohnen entstehen.
  • Ein Straßenbahnanschluss für Harleshausen wird geprüft.
  • Sportanlage des ESV Jahn wird mit Fördergeld saniert.

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