Verkaufsoffener Sonntag in Innenstadt

Zehntausende bei Casseler Freyheit - documenta im Ausverkauf

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Kassel. An Sonntagen geht es in der Kasseler Innenstadt für gewöhnlich beschaulich zu. Zur Casseler Freyheit, die bereits am Freitag begonnen hatte, wurde das gewohnte Bild einmal mehr durchbrochen.

Zehntausende Menschen waren am Sonntag in der Innenstadt unterwegs. Neben den geöffneten Geschäften lockten Straßenkünstler und ein Rummel auf dem Friedrichsplatz. Ein Höhepunkt im wörtlichen Sinne war das 50 Meter hohe Fahrgeschäft Kettenflieger vor dem Fridericianum.

Bei eisiger Kälte und Sonnenschein verschafften sich etliche Besucher einen Überblick über ihre Stadt. Gute Aussichten hatten auch die Stelzenläufer Prinzessin der Sterne und Galaxis, die es ab 15 Uhr immer schwerer hatten, sich ihren Weg durch die Menschenmasse zu bahnen.

Tierisches Glück mussten die Besucher für Myriam Sieglers Mäuseroulette mitbringen. Viele Schaulustige drängten sich um ihren Wagen, um darauf zu wetten, in welchem Loch die Maus verschwindet. Neben Jongleuren und Zauberern gab es auch für technisch Interessierte etwas zu entdecken. Auf dem Königsplatz präsentierte sich das Technische Hilfswerk und stellte unter anderem eine seiner Hochleistungspumpen vor, die auch beim Hochwasser in New Orleans im Einsatz war. 5000 Liter in einer Minute kann die Anlage abpumpen.

Documenta im Ausverkauf

Eine Besonderheit der diesjährigen Casseler Freyheit war der Ausverkauf von Überbleibseln der documenta 13. Schnäppchenjäger und Kunstinteressierte, die erst zum angekündigten Verkaufsstart ab 12 Uhr in die documenta-Halle kamen, hatten aber unter Umständen Pech. Der Verkauf des d13-Inventars und nicht verkaufter Souvenirs begann - zum Ärger mancher Besucher - bereits einige Minuten vorher. In der Kunsthalle sah es aus wie in der Fundgrube eines schwedischen Möbelhauses.

Auf die zahlreichen Möbel hatten es Sebastian Seehafer und Nora Rothauge aber gar nicht abgesehen. Sie warfen lieber einen Blick auf eines der vielen gebrauchten Fahrräder, die von den d13-Mitarbeitern genutzt worden waren. Udo Posch fand Gefallen an einer alten Stehlampe. Daneben gab es zahlreiche Küchenutensilien, aber auch ungewöhnliche Angebote wie einen Baumstamm. Großes Gedränge herrschte auch am Tresen, an dem nicht verkaufte documenta-Souvenirs und auch die Seidentücher der Aufsichten angeboten wurden.

Die Casseler Freyheit wird von den Kaufleuten in der Innenstadt veranstaltet und findet immer am letzten Oktoberwochenende statt. Die Traditionsveranstaltung geht auf das Jahr 1336 zurück, als Landgraf Heinrich II. den Kaufleuten erlaubte, an vier Sonntagen im Jahr ihre Waren anzubieten. Der Jahrmarkt ist noch bis Dienstag geöffnet. (bal)

Volle Innenstadt zur Casseler Freyheit

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