Cola und Würste als Beute

Zehn Imbiss-Einbrüche in Kassel - Polizei schnappt Tatverdächtigen

Kassel. Auf Würstchen und Cola hatten es Einbrecher in der Nacht zu Dienstag abgesehen. Gleich zwei Imbissbuden an Baumärkten – einer an der Hafenstraße bei Obi und einer bei Max Bahr in Bettenhausen – sind aufgebrochen worden.

Der Polizei, die gegen 2 Uhr an den zweiten Tatort an der Heiligenröder Straße gerufen worden war, gelang es dort, einen Tatverdächtigen festzunehmen. Der 24-Jährige aus dem Schwalm-Eder-Kreis war von dem Parkplatz des Baumarktes vor den Beamten geflüchtet, konnte aber nach kurzer Verfolgung an einer Tankstelle ganz in der Nähe gestellt werden, berichtet Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch.

Marco Wiegand

In einer Nebenstraße, etwa 50 Meter vom Tatort entfernt, entdeckten die Polizisten einen geparkten Mercedes Vito, in dem sich Diebesgut aus beiden Imbiss-Einbrüchen befand. Neben den aus dem nahegelegenen Imbiss gestohlenen Getränkekisten fanden sie auch mehr als 100 Bratwürste, eine Friteuse und eine Gasflasche. Diese stammen offenbar aus dem ebenfalls aufgebrochenen Imbiss am Obi-Markt in der Unterneustadt.

Schon zum neunten Mal

„Das ist schon eine gewisse Genugtuung“, sagte Marco Wiegand nach der Festnahme. In seine Würstchenbude am Max Bahr, die der Kasseler jahrelang selbst betrieben und inzwischen an seine Lebensgefährtin Oksana Kowalewa übergeben hat, wurde schon neunmal eingebrochen. „Man schläft eigentlich jede Nacht mit dem Handy am Bett, weil man Angst hat, dass wieder was passiert“, sagt der 34-Jährige.

Voriges Jahren waren ihm im September 850 und im Dezember nochmal 600 Bratwürstchen gestohlenen worden. Damals waren in einer Nacht gleich vier Imbissbuden in Kassel und Umgebung ausgeräumt worden.

Diesmal hätten die Täter bereits vier Cola-Kisten aus dem Lager abtransportiert, sagt Wiegand, weitere hätten bereits zur Abholung bereitgestanden. Wegen der wiederholten Einbrüche ist sein Imbiss inzwischen mit Videokameras, Bewegungsmeldern und einem Panzerriegel vor der Tür gesichert. „Wir haben ein bisschen aufgerüstet“, sagt der Kasseler. Auf den Kamerabildern habe ein von ihm engagierter Sicherheitsdienst den Täter beobachtet und sofort Alarm geschlagen.

Wiegand vermutet, dass es sich um denselben Täter handeln könnte wie bei dem Einbruch im Dezember. Die Aufnahmen ähnelten sich. Er vermutet, dass es einen Abnehmer für die Ware geben muss. „Was will man denn sonst mit so vielen Würstchen?“

Der 24-jährige Festgenommene leugne bislang eine Beteiligung an der Tat, sagt Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch. Dass er nur geflüchtet sei, um mit dem Einbruch nicht in Verbindung gebracht zu werden, halten die Ermittler allerdings für eine Ausrede. Die Halterin des Kleintransporters, in dem sich die Beute befand, gab an, den Wagen für einen Möbeltransport verliehen zu haben.

Auch Auto auf Baumarktgelände aufgebrochen

Auf dem Baumarktgelände an der Hafenstraße wurde außerdem ein Auto aufgebrochen. Nach Angaben der Polizei hatten die Täter die Scheibe des Wagens eingeschlagen und unter anderem das Navi gestohlen. Ob ein Zusammenhang zu dem Einbruch in den Imbiss an dem Obi-Markt besteht, wollen die Ermittler noch klären.

Im Fall der Imbiss-Einbrüche geht die Polizei davon aus, dass es noch mindestens einen Komplizen gegeben haben muss. Denn bei dem festgenommenen Tatverdächtigen haben man den Autoschlüssel für den Mercedes, in dem sich die Beute befand, nicht gefunden. (rud)

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