Musikstudenten haben an der Uni erstmals Gesangswettbewerb nach europäischem Vorbild veranstaltet

Kasseläner Töne beim Grand Prix

Erster Grand Prix an der Uni Kassel: Tobias Maus (hinten, von links), Bene Schuba und Gloria Stang moderierten, Janson Flower und Anna Kronista (vorn) erhielten die meisten Punkte. Rechts Prof. Philip Bohlman. Foto: Schaffner

Kassel. Nach dem Vorbild des europäischen Gesangswettbewerbs haben Musikstudenten der Uni Kassel jetzt ihren ersten eigenen „Grand Prix“ veranstaltet. Vor 70 Zuhörern im Konzertsaal votierte eine studentische Jury nahezu einstimmig für die Liedermacherin Anna Kronista (28) und den Gitarristen Janson Flower (21). Gastprofessor Philip Bohlman hofft jetzt, dass das Grand-Prix-Format an der Uni fortgesetzt wird.

„Wir wollten einmal etwas ganz anderes machen“, sagt der Musikwissenschaftler aus Chicago, der derzeit die Franz-Rosenzweig-Gastprofessur in Kassel innehat. Da Bohlman seit Jahren den Eurovision Song Contest (früher: Grand Prix) wissenschaftlich beobachtet, machte er den Gesangswettbewerb auch zum Thema eines Seminars am Institut für Musik. Krönender Abschluss war das Grand-Prix-Finale.

Drei Wochen hatten sich die 50 Musikstudenten vorbereitet, Lieder geschrieben, Moderationen eingeübt, die Technik aufgebaut - am Montagabend war es dann so weit: Im Konzertsaal buhlten in einer 90-minütigen Show drei Studentenbands um die Gunst einer Jury. Während beim echten Eurovision Song Contest Fernsehzuschauer einzelner Länder Punkte vergeben, votierten im Konzertsaal die Studenten selbst, aufgeteilt nach Kasseler Stadtteilen.

Auch die Jury-Mitglieder, die jeweils im Namen bestimmter Stadtteile die Punkte vergaben, standen ihrem europäischen Vorbild in nichts nach: So vergab Nord-Holland Punkte auf Französisch, Wehlheiden auf Englisch, das Wesertor stimmte auf Spanisch ab und die Punktrichter aus der Südstadt votierten gar auf Kasselänerisch - sehr zur Freude des Publikums.

Mit 28 von möglichen 30 Punkten gewann das Duo Anna Kronista und Janson Flower mit einem Lied über Flüchtlinge. Sie waren für die Nordstadt angetreten. „Das ist ein Thema, das uns alle in der Stadt angeht“, sagte Sängerin Anna Kronista, nachdem sie einen kleinen Pokal in Empfang genommen hatte. Die Bands „Wir bringen kalten Kaffee mit“ (18 Punkte) und „6 Times G“ (14 Punkte) belegten die weiteren Plätze. „Für uns war das eine spannende Praxiserfahrung, weil wir alles selbst organisiert haben“, sagte Gitarrist Janson Flower, der im vierten Semester Musik studiert.

Aus Sicht von Prof. Philip Bohlman könnte die Veranstaltung ebenso zur Tradition werden wie der echte Song Contest: „Die Studenten waren sehr kreativ, das Format hat definitiv Potenzial für die Zukunft.“

Von Sebastian Schaffner

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