Dieses Jahr aber Rückgang erwartet

Kasseler Bank steigerte 2012 den Ertrag

Martin Schmitt, Vorstandsvorsitzender der Kasseler Bank 

Kassel. Die Kasseler Bank hat im vergangenen Jahr ihren Gewinn von 2,2 Millionen auf 2,5 Millionen Euro heraufgefahren, kämpft dabei aber gegen einen nicht nachlassenden Gegenwind von den Finanzmärkten.

Im laufenden Jahr rechnet der Vorstandsvorsitzende des genossenschaftlichen Geldhauses, Martin Schmitt, deshalb mit sinkenden Erträgen – trotz eines florierenden Kreditgeschäfts.

Das Geschäft mit Darlehen legte 2012 zum vierten Mal in Folge zu. Getrieben wurde es von der Immobilienfinanzierung. Aber auch die Unternehmen der Region blieben investitionsfreudig. „In Nordhessen haben wir eine Sonderkonjunktur“, sagt Vorstandsmitglied Volker Stern. Die Kreditvergabe an Unternehmen zog sich durch alle Branchen. Doch der Markt ist geprägt von niedrigen Zinsen und einem verbissenen Konkurrenzkampf. Das spürt auch die Kasseler Bank. So verdient sie Geld:

Kredite

Auf 1,07 Milliarden Euro beläuft sich der Kreditbestand der Kasseler Bank. Das sind knapp drei Prozent mehr als 2011. Darlehen für 190 Millionen Euro wurden im vergangenen Jahr neu zugesagt, etwa die Hälfte davon ging an Unternehmen. Die Bank verdient an der Zinsspanne – sie leiht sich Geld günstiger, als sie es verleiht. Doch diese rentable Differenz wird kleiner. 2012 schrumpfte sie von 2,36 auf 2,35 Prozent. Im Wettbewerb um Kreditnehmer will die Kasseler Bank mit intensiver Beratung punkten. Denn mit den Angeboten mancher Direktbanken kann sie nicht mithalten: „Einen Kunden, der ausschließlich auf die Konditionen schaut, können wir nicht abschließend zufriedenstellen“, sagt Stern.

Kundeneinlagen

Auf den Giro- und Sparkonten der Kunden liegen 1,55 Milliarden Euro, das ist so viel wie im Vorjahr. Das heißt nicht, dass die Kunden der Kasseler Bank nicht weiter sparen, sondern, dass sie das Geld in anderen Investments unterbringen, etwa in Wertpapieren. Doch die Bank verdient auch an diesen Transaktionen – über Provisionen.

Provisionsüberschuss

Vermittlungsgebühren und die Abwicklung von Wertpapiergeschäften brachten 2012 zwölf Millionen Euro ein, auch hier konnte der Vorjahreswert von 12,1 Millionen Euro nicht erreicht werden.

Insgesamt stieg das Betriebsergebnis der Kasseler Bank vor der Risikovorsorge, bei der Geld für eventuell wackelige Geschäfte zurückgelegt wird, in Jahresfrist von 1,08 auf 1,12 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme. Die Genossenschaftsbank gehört mehr als 37 600 Mitgliedern. Sie sollen für 2012 wie im Vorjahr eine Dividende von vier Prozent auf ihre Geschäftsanteile erhalten. Über die Ausschüttung wird die Vertreterversammlung am 5. Juni entscheiden.

Von Barbara Will

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