Welterbe-Gutachter war bereits da

Bergpark-Inspektion für Welterbe ohne öffentliche Ankündigung

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Bald Welterbe? Die Wasserspiele im Bergpark wurden von einem Gutachter unter die Lupe genommen

Kassel. Es gab einen langen Vorlauf, aber dann ging alles ganz schnell. „Wir wurden von der Welterbe-Kommission schriftlich informiert, dass der Gutachter kommt“, sagt Ernst Wegner, der im Ministerium für Wissenschaft und Kunst den Kasseler Antrag betreut.

Am vergangenen Mittwoch standen die Wasserspiele unter besonderer Beobachtung. „Wir durften das nicht publik machen, es sollte alles so sein wie immer“, sagt Prof. Bernd Küster, Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) und in dieser Funktion Hausherr im Bergpark. Keine Inszenierungen, keine Shownummer, keine Fähnchenschwenker, nur normale Menschen: So lauteten die Vorgaben der Welterbe-Prüfer. Alle haben sich daran gehalten.

„Ich bin froh darüber“, sagt Bernd Küster. Der Besuch ist aus seiner und der Sicht von Ernst Wegner sehr gut gelaufen. Gemeinsam mit dem Gutachter sind sie die Wasserspiele vom Anfang bis zum Ende abgelaufen. Und zwar schon oben im Habichtswald, wo am Essigberg ein Grabensystem das Schmelz- und Regenwasser kanalisiert und zum Speicherbecken am Vorwerk Sichelbach führt.

Wie die Wasserspiele funktionieren, sehen Sie in drei Videos

Aus welchem europäischen Land der Gutachter kommt, behalten Küster und Wegner für sich. Es gebe nur einen relativ kleinen Kreis von Experten, der für die fachliche Bewertung infrage komme. Deshalb werde man dazu nichts sagen. Der Gutachter solle in Ruhe arbeiten können.

Video: So funktionieren die Wasserspiele - Teil 1

Eine Rückmeldung, wie das Urteil über die Kasseler Bewerbung ausfallen wird, gibt es nicht. „Wir haben uns auch fest vorgenommen, nicht den Gesichtsausdruck zu interpretieren“, sagt Bernd Küster. Das mehrtägige Programm mit einer genauen Inspektion der seit fast 300 Jahren unveränderten Technik sei jedenfalls wohlwollend aufgenommen worden. Obwohl der Himmel zu den Wasserspielen grau war, habe es am Mittwoch zumindest nicht geregnet. Es waren auch viele Besucher bei den Wasserspielen, darunter eine große Gruppe von Schülern auf Klassenfahrt. Am Donnerstag habe sich der Bergpark bei strahlendem Sonnenschein von seiner schönsten Seite präsentiert.

Das Gutachten ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum erhofften Welterbe. Wie es ausfällt, wird man erst im Juni 2013 wissen. Dann tagt in Phnom Penh (Kambodscha) die Unesco. Deren Vertreter entscheiden, ob der Bergpark mit seinen Wasserspielen und dem Herkules als Welterbe ausgezeichnet wird. „Wir haben alles dafür getan, ich habe ein gutes Gefühl“, sagt Bernd Küster.

Von Thomas Siemon

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