Ausschließlich Bio-Lieferanten

Kasseler Caterer macht mehr als 10.000 Essen für Schulen und Kitas

Essen für Schulen und Kitas: Der Kasseler Caterer Biond verarbeitet nur Bio-Lebensmittel. Hier bereitet Hasan Ismael Brokkoli zu.
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Essen für Schulen und Kitas: Der Kasseler Caterer Biond verarbeitet nur Bio-Lebensmittel. Hier bereitet Hasan Ismael Brokkoli zu.

Bio-Küche für Kinder und Jugendliche - das hat sich das Kasseler Catering-Unternehmen Biond auf die Fahnen geschrieben. Die verwendeten Zutaten kommen zu erheblichen Teilen aus der Region.

Kassel – In einer großen Stahlwanne gart Brokkoli, im Nebenraum wird Salat gewaschen, Essensportionen warten auf den Abtransport. Es geht eher ruhig zu in der Biond-Küche an diesem Vormittag, die Urlaubszeit macht sich bemerkbar. Der Kasseler Caterer beliefert Schulen und Kindergärten. Nach den Ferien werden es 12 500 Mahlzeiten pro Tag sein, sagt Geschäftsführerin Jana Fuhrmann-Heise.

Geliefert wird bundesweit, die meisten Abnehmer sitzen in Hessen und Nordrhein-Westfalen. 69 Kitas, Schulen und Horte erhalten das warme Essen komplett und portioniert, 49 Mensen werden mit „Cook and Chill“ (Kochen und Kühlen) verköstigt: Das fertig zubereitete Hauptgericht wird vor Ort im Dampfgarer erhitzt und mit frisch angeliefertem Gemüse, Obst oder Salat ergänzt. Auch Buffet-Essen bietet Biond an.

Führt die Geschäfte bei Biond: Jana Fuhrmann-Heise. Die Corona-Krise überstand das Unternehmen dank finanzieller Rücklagen.

„Je nach Saison kommen 40 bis 70 Prozent unserer Lebensmittel aus der Region“, sagt Fuhrmann-Heise. Gekauft wird ausschließlich von Bio-Landwirten – bei Vollbetrieb vier bis fünf Tonnen Lebensmittel pro Woche. Auf den Speiseplänen steht viel Vegetarisches, zwei Mal pro Woche gibt es Fleisch. Der Fisch stammt aus Wildfang und wird nach dem Ratgeber der Naturschutzorganisation WWF eingekauft: Der Ökogedanke ist tief verwurzelt in dem Unternehmen, das seinen Anfang im Jahr 2000 auf einem von Harald Hoppe und Sabine Schäfer gegründeten Bio-Wochenmarkt nahm. Dessen Überschuss wurde in einem Imbissstand auf der Kasseler Marbachshöhe zu warmen Mahlzeiten verarbeitet. Schon bald versorgte man erste Schulen mit Buffets.

Das Konzept kam an. Die junge „Bio-Catering Marbachshöhe“, heimste reichlich Auszeichnungen ein – und verkalkulierte sich mit einer neuen Großküche mit zu hohen Betriebskosten. 2010 meldeten die Öko-Köche Insolvenz an. Der Neuanfang als Biond GmbH gelang 2011 mit neuen Investoren. Hauptanteilseigner ist die Well Development Holding, hinter der Uwe Kleinkauf steht, Sohn eines der Gründer des Solar-Spezialisten SMA. Weitere Anteile halten der Gastronom Rainer Holzhauer und Geschäftsführerin Fuhrmann-Heise.

Bio-Caterer Biond: Lockdowns mit finanziellen Reserven überstanden

Seitdem ging es aufwärts: Vor der Corona-Pandemie setzte das Unternehmen mit 130 Beschäftigten fast sechs Millionen Euro um. Das beiden Lockdowns 2020 überstand Biond dank finanzieller Reserven aus profitablen Vorjahren. Die Beschäftigten arbeiteten kurz, Biond sparte, wo es ging, Staatshilfe gab es nicht. Ein rasch aufgebauter Online-Shop für Öko-Gerichte aus eigener Küche rettete nur einen kleinen Teil des früheren Umsatzes. Dieser werde in diesem Jahr bei drei Millionen Euro liegen, erwartet die Geschäftsführerin, jedoch keinen Gewinn. Doch „noch haben wir ein finanzielles Polster“.

Der Online-Vertrieb machte Pause, als das Schulgeschäft wieder anlief – und dem Caterer viel Flexibilität abverlangte: Die Schulen haben für den Unterrichtsbetrieb jeweils eigene Konzepte. Nun soll der Shop wiederbelebt werden, mit gegartem und gekühltem Gerichten, die mit eigenen Zutaten oder dem Biond-Angebot ergänzt werden können. Zudem beliefern die Bio-Köche seit Kurzem die Kreisklinik in Wolfhagen, das Krankenhaus in Hofgeismar soll folgen. Innerhalb von drei bis vier Jahren soll der Umsatz auf zehn Millionen Euro wachsen.

Doch der Personalmangel macht Biond zu schaffen. In der Kurzarbeitzeit verließen Beschäftigte das Unternehmen, Ersatz ist schwer zu finden. Zudem sind die Lebensmittelpreise gestiegen. „Wenn der Trend anhält, werden wir um Preiserhöhungen nicht herumkommen“, sagt die Geschäftsführerin. Gegenwärtig kostet ein Schulessen drei bis 3,50 Euro. Stellt Biond das Personal für die Mensa, ist das Gericht einen Euro teurer.

Mit Workshops macht Biond Schüler mit Biolebensmitteln vertraut – es wird gebacken, gerührt, probiert. Mit Kleinportionen werden Kinder animiert, für sie neue Gerichte zu kosten. (Von Barbara Will)

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