Grüne Politikerin gibt nach 10 Jahren ihr Mandat auf

Kasseler Bundestagsabgeordnete Nicole Maisch hat genug vom Nomadenleben

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Kassel. Die Grüne Bundestagsabgeordnete Nicole Maisch scheidet 2017 aus dem Bundestag aus. Aus Rücksicht auf ihre Familie verzichtet die 35-Jährige auf eine erneute Kandidatur.

Ein Mandat sei eine Aufgabe auf Zeit. Wer Verantwortung trage, solle auch außerhalb der Politik Erfahrungen sammeln: Mit diesen Worten hat die Bundestagsabgeordnete Nicole Maisch (35) ihre Entscheidung zum Verzicht auf eine Kandidatur bei der Wahl 2017 in einem Brief an die Mitglieder des Grünen-Kreisverbandes begründet.

Mit dem „Wanderzirkus“ der Familie Maisch solle Schluss sein, sagte die Abgeordnete während der Mitgliederversammlung. In den vergangenen fünf Jahren seien nicht zuletzt zwei Kasselaner Jungs und zwei kleine Berlinerinnen auf die Welt gekommen, die tapfer Zehntausende Bahnkilometer gefahren seien, „damit unsere Familie trotz der Arbeit in Berlin und Nordhessen zusammen sein konnte“.

Maisch schreibt den Parteifreunden: „Dieses Nomadenleben geben wir mit der Einschulung unseres ältesten Sohnes 2017 auf. Auch wenn wir Berlin vermissen werden, freuen wir uns darauf, ab Herbst nächsten Jahres wieder ganz in Kassel zu Hause zu sein.“

Seit 2007 im Bundestag, blickte Maisch in der Versammlung auf zehn Jahre Oppositionsarbeit in Berlin („ein hartes und mühsames Geschäft“) zurück. Es sei eine aufregende Zeit gewesen. Trotz der Oppositionsrolle hätten die Grünen Erfolge verbucht, zu denen sie als verbraucher- und tierschutzpolitische Sprecherin beigetragen habe. Maisch nannte in diesem Zusammenhang die Marktwächter als Verbraucherschutz für die Bereiche Digitales und Finanzen. Agrarwende, Tierschutz und Gentechnikfreiheit seien oben auf der politischen Agenda verankert worden.

In ihrem Bundestagswahlkreis 168 (Stadt Kassel und Teile des Kreises Kassel) sei es gelungen, das Archiv der Deutschen Frauenbewegung in Kassel zu sichern. Als Mitglied der Regionalversammlung sei sie sehr zufrieden, dass der Regionalplan der Windkraft endlich mehr Raum lasse. Zudem habe sie sich als Kuratorin der Stiftungen 7000 Eichen und im Umweltbildungszentrum Licherode für regionale Belange einsetzen können. 

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