Bund bietet sechs Hochbunker zum Verkauf an

Aus Kasseler Bunkern sollen Wohnungen werden

Kassel. Im Zweiten Weltkrieg dienten sie als Zufluchtsstätte für mehrere tausend Menschen. Künftig sollen sie zur Wohn- oder Arbeitsstätte werden. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) will sechs Hochbunker in Kassel ab Frühjahr dieses Jahres zum Verkauf anbieten.

Nachdem die Zivilschutzbindung für diese sechs Bunker aufgehoben worden sei, könne man sie nun in einem Bieterverfahren verkaufen, sagt Karin Löber vom Verkaufsteam der Bima. Welche Preise für die Bunker erzielt werden können, sei noch unklar, sagt ihr Kollege Georg Schedler. Mit einer Markterkundung wolle man sich eine Vorstellung über den Wert der über 70 Jahre alten Bauwerke machen. Fest stehe allerdings, dass man sie nicht zu einem symbolischen Preis von einem Euro abgeben werde.

Der Preis richte sich auch nach dem Bodenwert und dem Zustand der Gebäude, deren Außenwände zwischen 1,20 und 1,50 Meter dick sind. Preise wie in Frankfurt, wo für einen Bunker vier Millionen Euro gezahlt worden seien, seien in Kassel aber kaum zu erzielen, sagen die Bima-Mitarbeiter. Interessenten für die Bunker, die in Wehlheiden, am Brasselsberg, in Bettenhausen, in der Unterneustadt und in Rothenditmold stehen, gebe es bereits.

Es ist ein bundesweiter Trend, dass aus den einstigen Zufluchtsorten Wohnungen in bester Stadtlage werden. Aus Städten wie Hamburg und München gibt es hervorragende Beispiele für die Umnutzung dieser Immobilien.

Auch in Kassel gibt man sich aufgeschlossen. Die Stadt sei für Entwicklungen offen und gerne unterstützend beratend tätig, sagt Sprecher Sascha Stiebing. Obwohl fünf der sechs Bunkeranlagen (beim Marienkrankenhaus wird der Status noch geprüft) unter Denkmalschutz stünden, seien Erweiterungen und Umbauten möglich, wenn das historische Erscheinungsbild nicht erheblich beeinträchtigt würde.

Bilder zu Kasseler Bunker

Aus Kasseler Bunkern sollen Wohnungen werden

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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