Kasseler Student legte sein Amt nieder

Partei plant Ausschluss: CDU-Schriftführer soll bei Neonazis aktiv sein

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Daniel B. (links): Nazi-Vorwürfe gegen den Schriftführer des CDU-Stadtbezirksverbands Kassel Nord.

Kassel. Der Schriftführer des CDU-Stadtbezirksverbandes Kassel-Nord, Daniel B., soll seit Jahren Mitglied der rechtsextremen Gruppe „Freier Widerstand Kassel“ sein. Nachdem die Vorwürfe bekannt wurden, legte der 25-Jährige sein Amt nieder. Nun will die CDU den Kasseler Politikstudenten aus der Partei ausschließen.

Im Dezember 2009 war der junge Mann, der 2006 sein Abitur am Friedrichsgymnasium abgelegt hat, in den CDU-Vorstand für den Stadtteil Nord-Holland gewählt worden. Über dessen rechte Gesinnung sei ihm seinerzeit nichts bekannt gewesen, sagte Stefan Weidelich, Vorsitzender des Stadtbezirksverbandes, auf HNA-Anfrage. Erst am vergangenen Mittwoch habe Daniel B. ihn darüber informiert, dass entsprechende Vorwürfe gegen ihn erhoben werden.

Nach Recherchen des Hessischen Rundfunks ist der CDU-Schriftführer nicht nur Mitglied der rechtsextremen Vereinigung, er soll auch im Internet rechtsextremes Gedankengut verbreitet haben. Dabei habe er den Decknamen „Daniel Budze“ genutzt. Gestern waren diese Einträge bereits aus dem Internet entfernt.

Artikel aktualisiert um 20 Uhr.

Kassels CDU-Chefin Eva Kühne-Hörmann kündigte gestern an, dass Daniel B. aus der CDU ausgeschlossen werde. Ein entsprechendes Verfahren werde umgehend in die Wege geleitet. „Wer in der CDU rechtsradikale Tendenzen zeigt, fliegt raus.“ Auf dem Parteitag der Kasseler CDU am Samstag kam der Skandal nicht zur Sprache. Parteichefin Kühne-Hörmann sagte, sie habe von den Details des Falls erst am Samstagnachmittag erfahren. Auf Nachfrage bestätigte sie aber, dass der Stadtbezirksverbandsvorsitzende Weidelich sie bereits am Donnerstag grundätzlich über die Vorwürfe in Kenntnis gesetzt habe.

Innerhalb der CDU war Daniel B. weitgehend unbekannt. Weidelich sagte, dass B. seit seiner Wahl zum Schriftführer zu keiner Sitzung erschienen sei. Deshalb habe man ihn ohnehin abwählen wollen. Eine Kontaktaufnahme mit B. war gestern nicht möglich. (rud/bal)

Lesen Sie weitere Hintergründe und Informationen in der Montagsausgabe der HNA.

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