Einziger Hesse beim Wettbewerb

Kasseler darf Mondbuggy für NASA bauen

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Freut sich auf seine Mission: Der Kasseler Schüler Sang-Jin Kim nimmt am Moonbuggy-Rennen der NASA teil.

Kassel. Eigentlich war Sang-Jin Kim auf der Suche nach einem Ferienjob. Jetzt fliegt der 15-jährige Kasseler Schüler vom 20. bis 29. April nach Huntsville im US-Bundesstaat Alabama. Dort nimmt er am 20. Moonbuggy-Rennen der NASA teil.

Statt um einen Ferienjob bewarb sich der Schüler beim International Space Education Institute in Leipzig. Das Institut stellt Teams aus Schülern und Studenten aus ganz Deutschland zusammen, die einen sogenannten Moonbuggy konstruieren. „Das Gefährt ist eine Mischung aus Tandem und Geländewagen“, sagt Sang-Jin Kim, der vor einem halben Jahr mit seinen Eltern und seinen beiden jüngeren Geschwistern von Erlangen nach Kassel gezogen ist. Hier besucht der gebürtige Göttinger die Jahrgangsstufe zehn am Friedrichsgymnasium.

Offizielle Homepage der NASA

Der Moonbuggy ist vom Mondauto der Apollo-Missionen inspiriert. Mehr als 80 internationale Teams treten bei dem Wettrennen in den USA auf einer simulierten Mondpiste gegeneinander an. Darunter aus Deutschland ein Studenten- und ein Schülerteam, dem Sang-Jin angehört. Aus Hessen ist er der einzige Projektteilnehmer.

Tobias Meier (15) mit Co-Pilotin Michaela Ebert (14) vom deutsche Team beim Rennen 2012. Foto: spaceeducation.de

In diesem Jahr wird der Wettbewerb noch mit einer veränderten Vorjahres-Version des Buggys bestritten. Aufgabe Sang-Jins wird es in den kommenden zwei Jahren sein, ein Drei-Gang-Getriebe für das Hightech-Gefährt zu konstruieren. Dabei wird er mit dem Fuldataler Fahrrad-Getriebe-Hersteller Rohloff zusammenarbeiten. Derzeit hat das Getriebe 14 Gänge, von denen aber nur wenige genutzt werden. „Beim Rennen im April werden Messdaten am Moonbuggy erhoben, auf deren Basis das neue Getriebe konstruiert wird“, erklärt der Schüler. Jetzt macht sich Sang-Jin erst einmal mit den Eigenschaften des Buggys vertraut und verbringt bis zur USA-Reise jedes zweite Wochenende in Leipzig, um sein Team zu treffen. „Es könnte sein, dass ich in diesem Jahr Fahrer werde“, sagt er

In der Schule hat Sang-Jin derzeit die Leistungskurse Physik, Mathe, Biologie, Geschichte und Englisch. Das Moonbuggy-Projekt kann er als „besondere Lernleistung“ in sein Abitur 2015 einbringen. Das würde ihm die mündliche Prüfung ersparen. Außerdem winkt ihm ein Praktikum bei Rohloff, bevor es an die Konstruktion des neuen Getriebes geht.

Auf die USA-Reise freut er sich besonders: Dort kann er unter anderem hinter die NASA-Kulissen blicken und Raumfahrt-Pioniere der Apollo-Missionen treffen. „Solche Chancen haben nur wenige“, sagt er. Für seine Hobbys Klavierspielen, Fotografieren, Fußball und Basketball wird jetzt weniger Zeit bleiben. (mkx)

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