Kontrollen des Ordnungsamtes während Bring- und Abholzeit

Kasseler Eltern ärgern sich über Knöllchen vor der Kita

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Achtung Knöllchen: Eltern, die ihr Auto kurzzeitig auf einen gebührenpflichtigen Parkplatz stellen, um ihr Kind in die Kita zu bringen, werden nicht verschont.

Kassel. Nur schnell das Kind in der Kita abgegeben und schon hängt das Knöllchen an der Windschutzscheibe: Eltern von Kindergartenkindern ärgern sich über Kontrollen des Kasseler Ordnungsamtes.

Wer nicht in der unmittelbaren Nähe der Kita seines Kindes wohnt, etwa weil er in der Nähe keinen Kita-Platz bekommen hat, ist in der Regel auf das Auto angewiesen. Vor allem in der Innenstadt und in den angrenzenden Stadtteilbereichen gibt es aber fast ausschließlich gebührenpflichtige Parkplätze.

Es bleiben also für die Eltern nur zwei Möglichkeiten: Entweder jeden Morgen und Nachmittag ein Parkticket für jeweils einen Euro (Gebührenzone 1) oder 50 Cent (Gebührenzone 2) ziehen oder riskieren, von den Ordnungsbeamten aufgeschrieben zu werden. Für maximal fünf Minuten werden wohl die meisten Eltern das Risiko eingehen. Denn auf den Monat gerechnet, kommen (je nach Parkzone) bis zu 50 Euro für Parktickets zusammen.

Um dem Problem zu begegnen, haben einige Kasseler Kindertagesstätten an die Eltern Hinweisschilder für die Windschutzscheibe ausgegeben, auf denen zu lesen ist, dass der Fahrer nur kurz sein Kind in die Kita bringt. Die Beamten müssen sich aber nicht an solche Hinweise halten – diese Erfahrungen haben Eltern bereits gemacht.

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt. 

Die Stadt stellt auf HNA-Anfrage klar, dass auch im Bereich vor Kindertagesstätten und Schulen die Straßenverkehrsordnung gelte, an die sich die Eltern halten müssten. „Außerdem steht nicht das Interesse der Eltern, die Kinder mit dem Auto bringen oder abholen, im Vordergrund, sondern die Verkehrssicherheit für alle“, sagt ein Stadtsprecher. Wer sich nicht an die Regeln halte, müsse mit einem Verwarn- oder Bußgeld rechnen. Maßgeblich seien aber immer die Umstände des jeweiligen Einzelfalles.

Kassel ist nicht die einzige Stadt, in der die Knöllchen vor Kindertagesstätten zuletzt für Ärger sorgten. In vielen Städten wird über die Praxis der Ordnungsämter diskutiert. So gibt es beispielsweise etliche Elterninitiativen, die Kurzzeitparkplätze vor den Einrichtungen fordern.

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