Alles in Butter am Büffet

Kasseler hat ersten Butterspender weltweit erfunden

Streichzart und hygiensich: Werner Dutz präsentiert eine Portion aus dem von ihm erfundenenen Butterspender. Zehn Jahre hat er an dem Gerät getüftelt. Jetzt will er den Markt erobern. Foto: Koch

Ein Frühstücksbüffet-Erlebnis vor 15 Jahren hat Werner Dutz zum Erfinder gemacht. Sein Vordermann musste niesen und Dutz sah, wie ein Nieselregen auf die Butterschüssel niederging.

Dutz aß sein Brot an diesem Morgen ohne Butter – und begann nach einer Lösung für das Problem zu suchen, das Hotelgäste in aller Welt kennen: An den meisten Frühstücksbüffets ist die Butter entweder schmierig-weich oder steinhart. Oder aber die Butterstückchen sind einzeln verpackt, sodass Tag für Tag große Mengen Müll anfallen.

Dutz - bis dahin Unternehmensberater - witterte eine Marktlücke. Er biss sich an dem Plan fest, einen Apparat zu entwickeln, der Butter frisch und hygenisch portioniert. Nach über acht Jahren Tüftelei präsentierte er 2009 das Ergebnis auf Erfindermessen in Nürnberg und Genf. Sein Butterspender räumte prompt Preise ab und avancierte zum Publikumsliebling. Seit 2012 ist das Gerät am Markt, jetzt will der 56-Jährige aus Kassel mit der Serienproduktion durchstarten. Wie viele Geräte die Firma bereits verkauft hat, will der Geschäftsführer nicht verraten.

Internationales Patent

„Ich habe die besten Jahre meiner beruflichen Laufbahn der Idee gewidmet, anderen Menschen ein Stück Butter auf den Teller zu legen“, sagt Dutz, ohne eine Miene zu verziehen. „Dafür muss man ein bisschen gaga sein oder Sendungsbewusstsein haben.“ Dutz hat bereits mehr als drei Millionen in die Entwicklung des Butterportionierers und den Aufbau der zugehörigen Firma Ilotec gebuttert. Er ist überzeugt, dass die Geschäfte bald laufen werden wie geschmiert. „Von Kassel aus wird der Butterspender die Welt erobern“, sagt Dutz, der sich seine Erfindung über ein internationales Patent schützen lassen hat.

Hygiene und Genuss

Für Hotels lohne sich die Anschaffung - 4000 Euro kostet das Gerät - schell. Ein Betrieb, der bisher Mini-Butterpackungen serviere, spare bei täglich 150 Frühstücksgästen jeden Monat rund 450 Euro, rechnet Dutz vor. Denn die Kleinportionen seien mehr als doppelt so teuer wie herkömmliche Butterstücke.

Hightech für ein Alltagsproblem: Der Butterspender besteht aus 300 Einzelteilen, die an der Produktionsstätte der Firma Ilotec in Oberzwehren montiert werden. Auf unserem Bild zeigt Betriebsleiter Arnold Jahn eine Antriebseinheit. Foto: Rudolph

Für den Portionierapparat kann man jede beliebige Butter benutzen. Das Stück wird in einen Zylinder gesteckt und mit einer Presse in eine kleine runde Form gedrückt. Diese wird dann im Gerät an den Ausgabeschacht befördert und dort abgestreift, sodass der Buttertaler auf den Teller plumpst. Aus acht Grad Kühlung kommend sei sie binnen Sekunden streichzart. So seien nicht nur die Hygienevorschriften erfüllt, sondern auch der Geschmack der Butter optimal. Das wiederum erhöhe die Gästezufriedenheit, ist Dutz überzeugt.

Die Maschine und ihre Teile wurden von Dutz und seinen Ingenieur konstruiert, sogar die Werkzeuge zur Herstellung der Komponenten sind Marke Eigenbau. „Das ist Hightech, die sich in dem scheinbar einfachen Gerät verbirgt“, sagt Dutz. Das zentrale Geheimnis steckt im Prozessor auf der Leiterplatte. Die Software, die den Butterspender steuert, ist gegen Auslesen von potentiellen Produktpiraten geschützt. Die Butter lässt sich Dutz eben nicht vom Brot nehmen.

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