Sie sammeln Spenden für zwei Projekte

Kasseler fahren mit 60 PS 10.000 Kilometer weit nach Tadschikistan

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Fahren im August nach Tadschikistan: Vier Studenten legen mit einem Opel Corsa 10 000 Kilometer für den guten Zweck zurück. Im Bild (v.l.): Jessica Jung, Steve Beck und Soo-hyun Choo. Nicht auf dem Bild zu sehen ist Veronika Teplianski, die in Kassel Wirtschaftswissenschaften studiert.

Kassel. Viele träumen davon: Mit dem Camper oder dem Auto wochenlang auf einem „Road Trip“ durch die USA, Australien oder andere ferne Länder zu fahren. Nicht ganz so bequem dürfte allerdings die 10.000 Kilometer lange Reise von vier Studenten nach Tadschikistan werden, auf die sich vier Kasseler Studenten machen wollen.

Mit 60 PS eines in die Jahre gekommenen Opel Corsa wollen drei Kasseler Studentinnen und ein Student aus Hildesheim gemeinsam für den guten Zweck ab dem 10. August nach Dushanbe fahren, der Hauptstadt Tadschikistans – drei Wochen durch Bürgerkriegsländer, Wüsten und Berge.

Mit der „Rally for Change“, an der noch weitere Teams teilnehmen, wollen Steve, Soo-hyan, Jessica und Veronika Geld für zwei Projekte sammeln: Zum einen verwenden sie das Geld, das man unter anderem über ihre Homepage spenden kann, für den Kauf von Wasserfiltern für eine Bergregion in Tadschikistan. „Dort haben nur wenig Menschen Zugang zu sauberem Wasser“, sagt Jessica. Außerdem unterstützen die Studenten die Hänsel und Gretel-Stiftung mit ihrem Projekt „Echt Klasse“, das Kinder bereits im Grundschulalter darüber informiert, wie man Missbrauch erkennt.

Hier ist die Reiseroute als PDF-Dateil.

Über mögliche Gefahren, die auf der Reise von Deutschland nach Zentralasien drohen, möchte die Gruppe gar nicht nachdenken. Das verunsichere nur. Aber natürlich sind sich alle darüber im Klaren, dass sie auf der Tour auch Länder wie Südossetien passieren. Das Auswärtige Amt warnt aktuell vor Reisen in die Region. „Wir haben immer ein paar Dollar dabei, um die Polizei zu schmieren“, sagt Steve Beck, der in Hildesheim Holztechnik studiert. Der 27-Jährige kennt sich aus, war bereits zuvor mehrere Monate mit dem Motorrad in Russland unterwegs. „Oder wir weinen, das hilft immer“, sagt die Kasseler Studentin Jessica Jung mit einem Grinsen. Das habe in schwierigen Situation bei einer Reise in Mexiko auch immer gut funktioniert, sagt die Studentin der Stadtplanung.

Zwölf Stunden pro Tag wird die Gruppe in ihrem kleinen Corsa sitzen, der vor Ort für die Projekte versteigert werden soll. „Das lange Sitzen im Auto wird eine Herausforderung“, vermutet Steve. Aber auch das Miteinander in den drei Wochen. „Ich hoffe, Steve hält es mit uns aus“, sagen Jessica und Soo-hyun, die den Studiengang „Nachhaltiges Wirtschaften“ belegt.

Steve sieht da weniger Probleme und fragt sich eher, ob der 14 Jahre alte Wagen die Berge in Zentralasien schafft. „Im Pamir-Gebirge müssen wir auf 4600 Meter rauf“, erklärt Steve. Und auch in der Nacht werden sie ihrem Wagen nicht von der Seite rücken. Eine Plane wird am Auto vom Dach auf den Boden gespannt und als Schlafplatz dienen.

Am Samstag ab 9 Uhr steht die Gruppe auf dem Friedrichsplatz, um ihr Projekt vorzustellen. Mehr Informationen über die Tour im Internet unter der Adresse: http://like-water.tajik-rally.com/

Von Max Holscher

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