Radrüpel sind auch in Kassel unterwegs - Mehr Unfälle

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Auto versus Radfahrer: Auch in Kassel kommt es immer wieder zu brenzligen Situationen im Straßenverkehr. (Symbolbild)

Kassel. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer hat vor einigen Tagen zunehmend rücksichtsloses Verhalten von Radfahrern kritisiert. Radfahrer, die sich nicht an Verkehrsregeln halten, sind auch auf Kassels Straßen und Gehwegen ein Problem. Außerdem nimmt die Zahl der Unfälle zu.

„Mit dem Fahrrad werden wesentlich mehr Verstöße begangen als mit dem Auto“, sagt Jürgen Schnittger, Leiter des Verkehrserziehungsdienstes am Polizeipräsidium Nordhessen. Aber sie seien schwieriger zu ahnden. Wenn Radfahrer rote Ampeln ignorierten oder auf den Gehweg auswichen, um das Rotlicht zu umgehen, gefährdeten sie sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer.

Die Zahl der Unfälle mit Radfahrern ist 2011 in der Stadt deutlich gestiegen auf 203. Das sind 39 Prozent mehr als im Jahr 2010 (146 Unfälle). Auch im Landkreis gab es eine deutliche Zunahme. In den Jahren zuvor bewegten sich die Zahlen allerdings auf ähnlich hohem Niveau wie 2011.

Gerade ältere Menschen fühlen sich von forschen Radfahrern eingeschüchtert, weiß der Seniorenbeirat der Stadt Kassel. „Dass auf Fußwegen und auch in falscher Richtung gefahren wird, hat zugenommen“, sagt Vorsitzender Manfred Aul. Mit Kampfbegriffen, wie von Ramsauer bemüht, komme man aber nicht weiter - zumal das Gros der Radfahrer sich vernünftig verhalte. Aul hält verstärkte Kontrollen für nötig, „damit man die Dreisten schnappt“.

Um dem Problem von Verkehrsverstößen durch Radfahrer zu begegnen, müsse auch der Radwegeausbau weiter verbessert werden, sagt Gerhard Peter vom ADFC Kassel. Dann wichen weniger unsichere Fahrer auf den Gehweg aus, und das Nebeneinander auf der Straße funktioniere besser. Noch sei die Verkehrsführung nicht an allen Stellen fahrradfreundlich, sagt Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne). Man bessere aber sukzessive nach, wie jetzt an der Loßbergstraße.

Von Katja Rudolph

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