Rauchmelder retten Leben

Kasseler Feuerwehr appelliert: Rauchmelder sind lebenswichtig

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Kassel. Das Einatmen von Rauchgas ist lebensgefährlich, deshalb appelliert die Kasseler Feuerwehr zum Anbringen von Rauchmeldern. Auch Vermieter sind dazu verpflichtet.

Das Heulen der Rauchmelder ist schon aus der Ferne zu hören. Auch nachdem der Brand vor einigen Tagen in einer Wohnung der Seniorenwohnanlage Augustinum gelöscht worden ist, klingt der Pfeifton noch immer durchdringend über den Vorplatz. Und das ist auch gut so. Mehr als 600 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr bei Bränden. Die meisten Toten sind nicht Opfer der Flammen, sondern sterben durch die beim Brand entstehenden Brandrauchgase. Denn wer bereits wenige Atemzüge Brandrauch einatmet kann daran sterben.

„Oft wird der Brand zu spät entdeckt oder der Bewohner im Schlaf von den Atemgiften überrascht“, erklärt Kassels Brandschutzdezernent Dirk Stochla. „Es zählt also jede Sekunde.“

Rauchmelder reagieren sofort auf entstehenden Brandrauch und retten durch ihre lauten Alarmtöne regelmäßig Menschenleben. Gerade private Eigentümer von Wohnungen und Häusern sind jedoch oft nicht ausreichend über die geltende Rauchmelderpflicht informiert. Vielen ist nicht bewusst, dass sie für die Umsetzung verantwortlich sind, ganz gleich, ob sie ihre Immobilie vermieten oder selbst bewohnen. In Hessen sind Rauchwarnmelder auch in Privatwohnungen vorgeschrieben. Da macht es keinen Unterschied, ob es sich um einen Neubau oder ein älteres Haus handelt. 

Die kleinen Geräte müssen in Schlafzimmer und Kinderzimmer angebracht werden. Außerdem muss in allen Fluren, die als Rettungsweg dienen, ein Rauchmelder angebracht sein. Bestehende Wohnungen müssen seit Ende 2014 mit Rauchwarnmeldern nachgerüstet sein. Mieter von Wohnungen, in denen noch kein Rauchwarnmelder installiert ist, sollten ihren Vermieter darauf ansprechen.

Die Rauchmelder müssen nicht nur korrekt installiert sein, sondern auch regelmäßig gewartet werden. Das gilt für das Eigenheim ebenso wie für vermietete Immobilien. Eigentümer sind verpflichtet, die Geräte gemäß Herstellerangaben, mindestens jedoch einmal im Jahr auf ihre Funktionsfähigkeit zu überprüfen.

Beispiele für Alarm- und Batteriewarntöne von Rauchmeldern kann man sich auf Internetseite der Rauchwarnmelder-Initiative anhören. „Manchmal werden wir alarmiert, obwohl es nicht brennt, sondern der Rauchmelder beim Nachbarn einfach nur piept, weil die Batterie leer ist. Dabei ist es ganz einfach, Alarmtöne von Warntönen oder gar einem Wecker zu unterscheiden“, sagt Schmitz. Im Zweifelsfall gelte es jedoch, lieber einmal zu viel die Feuerwehr über den Notruf 112 zu alarmieren.

Hörbeispiele gibt es hier.

Kriterien für Rauchmelder

• Der Rauchmelder sollte mit einem Prüfzeichen des VdS Schadenverhütung, Konformitätszeichen CE, gekennzeichnet und nach EN 14604 geprüft sein. 

• Das Batteriefach sollte über eine Sperre verfügen, welche ein Schließen des Rauchwarnmelders ohne Batterie nicht zulässt. 

• Ein Betrieb des Rauchwarnmelders mit einer 9 Volt-Batterie oder einem Akku sollte möglich sein. 

• Der Rauchwarnmelder sollte über eine Prüftaste verfügen, um die Funktionstüchtigkeit zu testen. 

• Durch eine Kontrollleuchte sollte auch aus der Entfernung der Betrieb erkennbar sein. 

• Durch einen Warnton sollte der Melder auf den Batteriewechsel hinweisen.

Rauchmelder...

• lösen nicht sofort bei Zigarettenrauch aus
• können einfach selbst installiert werden
• haben einen geringen Wartungsaufwand
• warnen in ausreichender Lautstärke
• sind sofort in Baumärkten und im Fachhandel verfügbar
• sind bereits für 10 Euro zu kaufen

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