Kasseler Filmtheater vermieten ihre Säle immer öfter an Unternehmen

+
Jede Menge Sitzplätze: Das Großkino Cinestar an der Trompete stellt seine Säle ebenfalls für Firmenpräsentationen und andere Veranstaltungen zur Verfügung.

Kassel. Die Konkurrenz in der Branche ist groß. 24 Kinosäle mit 5700 Plätzen stehen in den Kasseler Kinos zur Verfügung - aus Sicht von Branchenkennern viel zu viele.

Längst leben die Kinos nicht mehr allein von Filmvorführungen. Immer häufiger vermieten die Betreiber ihre Kinosäle für Firmenpräsentationen, Betriebsversammlungen und andere Veranstaltungen.

„Wir sind schon lange nicht mehr nur Kino“, sagt Wolfgang Schäfer, Chef des Cineplex Capitols an der Wilhelmsstraße. „Wir haben uns programmatisch ein Stück weiterentwickelt.“ Zum Angebot des Großkinos mit 1500 Plätzen in sieben Sälen gehören Live-Übertragungen von Konzerten, Ballett-Aufführungen sowie Opern aus der Metropolitan Opera in New York.

„Es sind weitere Dinge in Planung“, sagt Schäfer, ohne konkret zu werden. Man wolle den 55 Mitarbeiten damit auch langfristig eine Perspektive bieten. Allerdings stoße man an Grenzen. „Wir müssen jede Woche Filme absagen.“ Nun prüfe man, ob eine Erweiterung sinnvoll sei, um Kino und Veranstaltungsgeschäft ohne Einschränkungen anbieten zu können.

Wolfgang Schäfer

Filmladen, Bali und Gloria-Kino, die zusammen 780 Sitzplätze bieten, gehen einen ähnlichen Weg. Man werde vor allem von Firmen gebucht, die das Besondere liebten und das Ambiente im Kulturbahnhof schätzten, sagt Kino-Betreiber Frank Thöner. Nach dem Plenum im Kino könnten in den Seminarräumen im Südflügel Arbeitsgruppen zusammenkommen, die Bewirtung übernehme das Restaurant Gleis 1. Auch die Bahn schätze den Standort für Veranstaltungen. „Kassel liegt halt günstig.“

Die Auslastung von Filmladen, Bali-Kinos und Gloria könnte besser sein, sagt Thöner über das klassische Kinogeschäft. Zahlen nennt er nicht. Mit der Programmauswahl versuche man, sich von der Konkurrenz abzusetzen. „Wir suchen den besonderen Film ein bisschen abseits des Popcorn-Kinos“, sagt er. Dies werde von den Besuchern honoriert. Diesen Vertrauensvorschuss genieße auch das regional verankerte Cineplex Capitol, das sehr erfolgreich arbeite. Zudem sei man dort bereits sehr weit bei der Umstellung auf Digitaltechnik, die für Kassenschlager wie „Avatar“ in 3 D erforderlich ist. „Bei uns ist das noch nicht so notwendig“, sagt Thöner, weil man weniger auf Actionfilme setze. Doch der klassische Filmstreifen sei auf dem Rückzug. 2012 will man deshalb die Technik umstellen. Die Kosten schätzt Thöner auf 70 000 bis 80 000 Euro pro Kinosaal.

Auch das Großkino Cinestar am Karlsplatz vermietet Kinosäle für Weihnachtsfeiern und Firmenpräsentationen. „Die Anfragen häufen sich“, sagt Theaterleiterassistent Sebastian Lück. Das Cinestar hat 13 Säle und 3400 Sitzplätze.

Von Ellen Schwaab

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.