Papierlos zur neuen Bank

Kasseler Firma entwickelt App zum vollautomatischen Kontowechsel

Funktioniert mit einem Smartphone genauso wie mit einem Tablet: die von der in Kassel gegründeten Fino Digital GmbH entwickelte Kontowechsel-App. Gründer und Geschäftsführer Florian Christ (links) und Mitgesellschafter Patrick Brückner stellten die bereits von einigen Banken angebotene und von vielen anderen Kreditinstituten nachgefragte Technik vor. Foto: Hermann

Kassel. Ein Kontowechsel steht an - mit der neuen App der Start-up-Firma Fino Digital aus Kassel kein Problem.

Weniger Gebühren und Dispozinsen oder die kostenfreie Kreditkarte: Es gibt viele Gründe, warum Kunden die Bank wechseln wollen. Laut Umfrage denken in Deutschland 58 Prozent der 101 Millionen Girokonten-Inhaber darüber nach. Nur 21 Prozent machen den Wechsel perfekt. Alle anderen schrecken aus Angst vor Problemen und Aufwand oder aus Bequemlichkeit davor zurück.

Ein Produkt, das den Bank- und Kontowechsel für Kunden komplett digital erledigt, hat die junge Kasseler Fino Digital GmbH entwickelt. Angesiedelt im Science Park der Universität, bietet das von Florian Christ gegründete Start-up-Unternehmen eine App zum minutenschnellen und vollautomatischen Kontowechsel per Smartphone und Tablet an (siehe Hintergrund).

Anfang Oktober gestartet

Für die Dienstleistung zahlen Kunden nichts, kooperierende Banken eine Pauschale pro Kontowechsel. Anfang Oktober startete Fino mit der Commerzbank.

Wüstenrot- und PSD Bank seien inzwischen dabei, mit vielen anderen – auch Raiffeisenbanken und Sparkassen – sei er im Gespräch, berichtet Christ.

Seit Anfang Oktober hätten Tausende die App heruntergeladen und Hunderte damit das Konto gewechselt. Genaue Zahlen dürfe er nicht nennen, so der 38-Jährige. „Aber der Zuspruch ist enorm.“ Grund für das große Interesse der Banken an der Wechsel-App ist nach Christs Angaben eine Vorgabe der Europäischen Union. Danach müssen ab September 2016 alle Banken das Angebot vorhalten.

Die App identifiziert Zahlungspartner, Daueraufträge, Lastschriften und andere Zahlungen und listet sie auf. „Im Durchschnitt sind es 18 Lastschriftverfahren“, sagt Christ. An Smartphone oder Tablet kann der Kunde die Liste prüfen und freigeben. Sodann informiert die App die Zahlungspartner über die geänderte Kontoverbindung. Vorteil des Kontowechsels auf diese Art: Der Bankkunde muss Zahlungspartner (wie Arbeitgeber, Vermieter, Telefonanbieter oder Energieversorger) nicht selbst recherchieren und schriftlich informieren. Das erledigt die App.

Mittlerweile enthält die Fino-Datenbank rund 500 000 Adressen von Zahlungspartnern – von Stadtverwaltung bis Turnverein. Aus Datenschutzgründen würden darin aber keine natürlichen, sondern nur juristische Personen (selbständige Organisationen) aufgenommen.

Vor einem Jahr habe er die Idee für die App gehabt, etwa ein halbes Jahr habe die Umsetzung gebraucht, erklärt der aus Gudensberg stammende Wirtschaftsinformatiker. Die inzwischen 14 Mitarbeiter zählende Fino Digital GmbH sei das erste, aber nicht das einzige Unternehmen, das Kontowechsel per App biete. Für den Standort Kassel habe er sich wegen der gut qualifizierten Mitarbeiter entschieden. Weitere seien willkommen. Florian Christ: „Die besten Leute habe ich in Kassel gefunden.“

 www.fino.digital

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