Führend bei den Erneuerbaren

Kasseler Fraunhofer-Institut IEE feiert 30-jähriges Bestehen

So soll das neue, futuristisch anmutende Institutsgebäude am Hauptbahnhof einmal aussehen. Foto: Fraunhofer/nh

Die Vorgängerinstitute und das Fraunhofer-Institut  sind die Taktgeber bei der Energiewende. Vor 30 Jahre hat Professor Dr. Werner Kleinkauf den Grundstein für die Einrichtung gelegt.

Als Professor Dr. Werner Kleinkauf 1988 die Initiative zur Gründung des Instituts für solare Energieversorgung (Iset) ergriff, ahnte er kaum, dass das spätere Iwes und heutige Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE) zu einem der weltweit renommiertesten Forschungszentren für die globale Energiewende werden würde. „Das konnte natürlich keiner voraussehen“, erinnert sich Kleinkauf. Wesentlichen Gründe für den Erfolg des IEE sieht er in der anwender-orientierten Forschung und der engen Anbindung des Instituts an die Universität Kassel, die für den Ingenieursnachwuchs sorgt.

Kleinkauf gilt als der Wegbereiter der Erneuerbaren Energien und der Energiewende in Deutschland und Europa. Von ihm, den Ursprungsinstituten und dem heutigen IEE gingen und gehen wichtige Impulse für die schrittweise Umstellung auf regenerative Energiequellen aus.

Am kommenden Montag feiert das IEE mit einem hochkarätig besetzten Zukunftsforum und einem Empfang den 30. Jahrestag der Institutsgründung. Größtes Geschenk wird für die mittlerweile 360 Mitarbeiter ein neues Institutsgebäude am Hauptbahnhof sein, für das im ersten Bauabschnitt 60 Mio. Euro fließen. Vorbereitende Arbeiten laufen schon. 2020 wollen die Forscher ihr neues Domizil beziehen.

Kleinkauf (79) führte das Ursprungsinstitut bis 1998. Ihm folgte Professor Dr. Jürgen Schmid, der das Iset gegen interne und externe Widerstände unter das Fraunhofer-Dach brachte und das Institut bis 2012 leitete. Seither sitzt Professor Dr. Clemens Hoffmann an der Spitze der Forschungseinrichtung. Er hat den energie- und betriebswirtschaftlichen Ansatz zu einem Forschungsschwerpunkt gemacht. „Wir forschen an Lösungen für technische und wirtschaftliche Herausforderungen für die Transformation der Energiesysteme, um die Kosten für die Nutzung Erneuerbarer Energien weiter zu senken, die Versorgung trotz schwankender Erzeugung zu sichern, die Netzstabilität auf gewohnt hohem Niveau zu gewährleisten und die Energiewende zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell zu machen“, fasst er die komplexe Aufgabenstellung des IEE zusammen.

Die heutigen Kompetenzfelder sind unter anderem die Energie-Meteorologie also die Vorhersage der erwarteten Energie-Ausbeute in der überschaubaren Zukunft, die Energie-Informatik, Verfahrens-, Geräte- und Anlagentechnik sowie elektrische Netze.

Mehr Aufmerksamkeit will das IEE künftig der Sektorenkoppelung widmen, die auf eine Verknüpfung von Strom, Wärme, Kälte, Gas, neuartigen Speichern und Mobilität zielt. Hierin sieht die Forschung erhebliche Synergien, die durch die Digitalisierung besser gehoben werden können.

25000 Mitarbeiter an 40 Standorten

Die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V., kurz Fraunhofer, ist mit über 80 Instituten und Einrichtungen an 40 Standorten und 25 000 Mitarbeitern die größte Organisation für angewandte Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen in Europa. Sie stellt einen wichtigen Teil der deutschen Forschungslandschaft dar, die unter anderem aus Hochschulen, der eher der Grundlagenforschung verschriebenen Max-Planck-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz und der Deutschen Forschungsgemeinschaft besteht. Sitz der Zentrale ist in München. Namensgeber ist Joseph von Fraunhofer (1787–1826), dessen Leistung in der Verbindung wissenschaftlicher Arbeit und deren praktischer Anwendung für innovative Produkte bestand. Finanziert wird Fraunhofer über Auftragsforschung sowie Zuschüssen von EU, Bund und Ländern. 

Von Jose Pinto

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.