Mit dem Mountainbike zum Abitur

Kasseler Goethe-Gymnasium hat jetzt einen Rad-Parcours mit Rampen

Die Goetheschülerin Antonia Schwandt und ihr Mitschüler Mathias Schäfer (beide 18) finden den neuen Mountainbike-Parcours an ihrer Schule „super“.
+
Mountainbike-Parcours: Die Goetheschülerin Antonia Schwandt und ihr Mitschüler Mathias Schäfer (beide 18) finden die neue Sportanlage an ihrer Schule „super“.

Einmalig in Hessen: Das Kasseler Goethe-Gymnasium verfügt über Mountainbikes für seine Schüler und jetzt auch über einen eigenen Mountainbike-Parcours.

Kassel - Demnächst kann man dort mit Mountainbiken sogar das Abitur machen. Triple Balance, Double Jump Box, Mini Swing. Diese drei sowie neun weitere bei Mountainbikern angesagte Hindernisse (Obstacles) stehen ab sofort den Schülerinnen und Schülern des Goethe-Gymnasiums für sportliches Radfahren zur Verfügung.

Auf einem 40 mal 20 Meter großen Platz in direkter Nachbarschaft zur Schule im Wesertor, einem ehemaligen mit Kunststoffboden ausgekleideten Sportplatz, ist jetzt ein moderner Mountainbike-Parcours mit sogenannten Curves und diversen Rampen für „coole Moves“, so Schulleiter Joachim Bollmann, entstanden.

Geschultert werden konnte die Anschaffung in Höhe von 33 000 Euro nur dank mehrerer Sponsoren. Treibender Motor des Projekts war über Jahre Sportlehrer Marco Ruppert, unterstützt vom Schulförderverein und vom Schulträger, der Stadt Kassel. Gemeinsam mit Dorit Ohlendorf vom Umwelt- und Gartenamt seien viele Steine aus dem Weg geräumt worden. Jetzt habe man nicht nur den schönen Parcours, sondern auch die nötige Rechtsgrundlage und Planungssicherheit, so Marco Ruppert.

War das Goethe-Gymnasium seit dem Frühjahr 2017 einer der ersten Partner der Bikeschool Hessen mit 31 eigenen Mountainbikes für Schüler, so hat es jetzt mit seinem einzigartigen Geräteparcours in Hessen ein weiteres Alleinstellungsmerkmal.

Von Schulen würde stets eine Profilierung erwartet, aber finanzieren müssten sie dies in der Regel selbst, sagte Schulleiter Joachim Bollmann. Deshalb sprach er den selbst gewonnenen Sponsoren gestern im Rahmen einer kleinen Einweihungsfeier seinen größten Dank aus, auch im Namen der Schülerschaft. Neben dem Schwerpunkt bilingualer Unterricht hat das Goethe-Gymnasium einen überregionalen Ruf als Sportschule. Jetzt ist das Mountainbike-Fahren als Angebot hinzugekommen.

Neben der Fahrradnutzung im Sportunterricht über eine Mountainbike-AG für die Mittelstufe, den Einsatz im Rahmen von Projekttagen und -wochen bis zu Wander- und Thementagen soll demnächst sogar eine Abiturprüfung im Mountainbiken möglich sein.

Sportlich: Gut Radfahren muss erlernt werden.

Darüber hinaus wurde eine eigene Fahrradwerkstatt eingerichtet, über die auch die laufenden Wartungen der Räder garantiert werden. Die Werkstatt ist zudem für die gesamte Schulgemeinde für Reparaturen der eigenen Fahrräder nutzbar. Mit dem Angebot können Goetheschülerinnen und -schüler Fahrtechniken wie Stoppie, Bunny Hop, Wheelie, Treppen und Kurven fahren erlernen, die Umgebung der Schule und bei Ausfahrten auch das Umland erkunden.

Der ehemalige Goetheschüler und Vorsitzende des Schulfördervereins Dirk van der Werft sagte: „Die Mountainbikes und jetzt auch der Parcours sind für unsere Schule in einem Umfeld, wo nicht alle Eltern ihren Kindern Fahrräder kaufen können, extrem wichtig. Fahrradfahren zu können, ist heute leider nicht mehr selbstverständlich.“ Das Angebot werde von den Jugendlichen dankend angenommen, da viele kein eigenes Fahrrad besitzen, beziehungsweise keines, das zum sportlichen Fahren genutzt werden kann. So aber könnten allen Jugendlichen „qualitativ hochwertige Mountainbikes fahren und pädagogisch angeleitet, Fahrtechniken erlernen“. Gerade unter dem Aspekt der Gesundheit und des Umweltschutzes sollte es ein Ziel sein, Kinder und Jugendliche für das Fahrradfahren zu begeistern, meinte Joachim Bollmann.

Vertreter der Schule und ihre Unterstützer: Freuten sich über das Resultat der Investition von 33 000 Euro.

Die Spendengemeinschaft für den Mountainbike-Parcours besteht aus der Volkswagen AG und Betriebsrat, der Fieseler-Stiftung, der Kasseler Sparkasse, der Dr. Thomas und Dr. Susanne Nöcker-Stiftung, der Firma Neddermann, Jörg Lamprecht sowie dem Förderverein des Goethe-Gymnasiums. Der Ortsbeirat Wesertor finanziert aus seinen Dispomitteln die Reinigung des Kunststoffbelags der Sportanlage. (Christina Hein)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.