Er verspricht humane Arbeitsbedingungen

Kasseler gründet Lieferdienst mit besonderem Konzept

Seit November mit seinem neuen Lieferdienst am Start: Nuri Huseini hat Fastlife Food gegründet und beliefert Kunden mit Lebensmitteln und Drogerieartikeln.
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Seit November mit seinem neuen Lieferdienst am Start: Nuri Huseini hat Fastlife Food gegründet und beliefert Kunden mit Lebensmitteln und Drogerieartikeln.

Ein 20-jähriger Kasseler macht sich mit einem Lieferservice „Fastlife Food“ selbstständig. Die 10-Minuten-Lieferversprechen der Konkurrenz sieht er kritisch.

Kassel – Obwohl Nuri Huseini erst 20 Jahre alt ist, redet er schon ziemlich abgeklärt über die zum Teil schwierigen Arbeitsbedingungen in der Lebensmittelbranche. Als Auszubildender bei einer Discounter-Kette habe er die Belastung selbst gespürt. „Wir haben den Markt oft zu dritt geschmissen“, erzählt der 20-Jährige. Nach seiner Ausbildung zum Handelsfachwirt hat er deshalb den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Mit seinem Kasseler Lieferservice Fastlife Food versorgt er derzeit vor allem ältere Kunden mit Lebensmitteln. „Damit tue ich etwas, das anderen hilft“, findet Huseini.

In einem Artikel in der HNA hatte er gelesen, dass es für solche Lieferdienste einen steigenden Bedarf gibt. Da kam es für ihn wie gerufen, dass der Edeka-Markt Sasin (ehemals Kroll) an der Wittrockstraße in Wehlheiden in diesem Bereich Bedarf hatte, weil der eigene Lieferdienst aufgegeben wurde. So übernahm Huseini dessen Kundenstamm. Das war der Start für seine Firma Fastlife Food, in der er bislang – unterstützt von Aushilfen – fast alles alleine macht.

Anders als herkömmliche Lieferdienste bietet Huseini nicht nur die Bestellung individueller Produkte an. Er setzt vor allem auf das Konzept von Boxen, in denen thematisch sortiert viele Produkte zusammengefasst sind. Das beschleunigt die Zusammenstellung und Auslieferung. So gibt es etwa eine Frühstücksbox, eine Ladies-Night-Box, die Gemüsetüte, die Serienmarathon-Box oder auch die vegane Box – insgesamt gehören 24 Varianten zum Angebot. „Einzelne Produkte sind natürlich austauschbar“, erzählt der Jungunternehmer. Insgesamt stehen 300 Produkte – darunter auch Drogerieartikel – im Online-Shop zur Auswahl.

Kasseler gründet Lieferdienst und kritisiert 10-Minuten-Versprechen mancher Anbieter

Für die Lieferung werde ein Aufschlag von 20 Cent pro Produkt erhoben. Es gilt ein Mindestbestellwert von 15 Euro. Drei Mal täglich werden von Montag bis Samstag die Lebensmittel ausgefahren, die Huseini allesamt bei Edeka Sasin bezieht. „Eine halbe Stunde vor der Anlieferung benachrichtige ich die Kunden noch mal kurz“, erzählt der 20-Jährige.

Große Lieferdienstanbieter wie Flink, der inzwischen auch in Kassel um Kunden wirbt, sieht Huseini kritisch: „Wenn jemand eine Anlieferung innerhalb von 10 Minuten verspricht, dann geht das in der Regel auf Kosten der Mitarbeiter. Ich will auch, dass mein Laden läuft, aber nicht zulasten der Mitarbeiter.“ Deshalb hat er den Lieferradius zunächst auf die westlichen und südlichen Stadtteile sowie den Innenstadtbereich beschränkt.

Fastlife Food richtet sich sowohl an Menschen, die nicht mehr mobil sind, als auch an Kunden, denen die Zeit zum Einkauf fehlt. Beides sind Wachstumsmärkte, wie Huseini glaubt. (Bastian Ludwig)

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