Schreiben ohne Probleme: Kasseler Grundschule testet neue Schriftart

+
Buchstaben kennenlernen: Stephanie Hertha von der Grundschule am Heideweg zeigt ihren Schülern Julia, Ronja, Jan und Henri (von links) aus der Klasse 2c schon die Karteikarten für die Grundschrift. Zunächst werden die Buchstabenformen dabei mit dem Finger nachgefahren, dann geht es selbst an Stift und Papier. In Kürze beginnt die Klasse mit der neuen Schrift.

Kassel. Die herkömmlichen Schreibschriften, die zig Schülergenerationen gelernt haben, stehen auf dem Prüfstand. Der Grundschulverband hat eine Initiative gestartet, die sogenannte Grundschrift einzuführen.

Das ist eine an den Druckbuchstaben angelehnte Schreibschrift, bei der die einzelnen Buchstaben zwar auch verbunden werden können, aber nicht müssen.

An der Kasseler Schule am Heideweg werden in den nächsten Wochen zwei Klassen mit der neuen Schriftart arbeiten. Nach HNA-Informationen ist sie die einzige der 55 Schulen in Stadt und Altkreis Kassel, die die Grundschrift bereits zur Anwendung bringt. Bundesweit beteiligen sich nach Schätzungen des Grundschulverbands etwa 100 Schulen an der im Mai 2010 gestarteten Grundschrift-Initiative. Genau erfasst ist bislang aber nicht, welche Schulen schon Erfahrungen mit der neuen Methode sammeln.

Schnörkellos: Die Grundschrift ist stärker an der Druckschrift orientiert, die die Schüler bereits beim Lesen kennenlernen.

Der hessische Rahmenplan für Grundschule ist hinsichtlich der Schriftform offen formuliert. Dort heißt es, dass der Übergang zur verbundenen Schreibschrift nicht forciert werden müsse. Die Wahl der Schreibschriftart bleibe den Schulen überlassen, erklärt Dr. Ernst Purmann vom Staatlichen Schulamt in Kassel. Hintergrund des Vorstoßes sind Beobachtungen, dass viele Schüler nach dem Beherrschen der Druckbuchstaben beim Erlernen der einer zweiten Ausgangsschrift Schwierigkeiten haben.

Motorisch seien manche Kinder überfordert, alle Buchstaben nach den Vorgaben der herkömmlichen Schreibschrift - in der Regel ist es in Hessen die vereinfachte Ausgangsschrift - miteinander zu verbinden, berichten Grundschullehrer. Einige Schüler machten dann vermehrt wieder Rechtschreibfehler.

Ziel der Grundschrift ist es laut Grundschulverband, den Übergang zu einer verbundenen Schrift ohne Bruch in der Schreibentwicklung zu gestalten. (rud)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.