Kasseler Hauptpost bietet trauriges Bild: Schmutz und Unrat vor dem Eingang

Kassel. Zigarettenkippen und Dreck, leere Flaschen und Essensreste. Der Gang zur Kasseler Hauptpost an der Unteren Königsstraße ist alles andere als ein Vergnügen. Urin und Erbrochenes haben überall Spuren hinterlassen.

„Es ist schon extrem“, sagt Postkunde Thomas Rother (24). Er ist mit seiner Meinung nicht allein. „Das sieht sehr hässlich aus“, sagt Brigitte Kleinschmidt (66). „Die Post müsste was machen.“ Doch mancher hat den Glauben daran längst verloren. „Das ist nicht erst seit heute so“, schimpft Uwe Christ. An dem schmuddeligen Umfeld werde sich auch nichts ändern, meint der 63-Jährige. „Weil keine Leute da sind, die Wert darauf legen.“

„Das ist katastrophal“, sagt ein 78-Jähriger über die Zustände vor der Hauptpost. „Morgens ist es ganz schlimm.“ Dann würden Passanten von Suchtkranken, die dort übernachteten, belästigt und bedroht. Seinen Namen will der Rentner lieber nicht nennen. Die Glastür zum Postfachraum sei häufig kaputt, berichtet er. „Ein Wunder, dass sie heute funktioniert.“

Ein paar Meter weiter sieht es wieder ordentlich aus. Das Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) hat sich 2004 in einem hinteren Gebäudeteil angesiedelt. Wegen der versteckten Lage könnte man noch mehr Unrat erwarten, doch es ist sauber. Ein Zaun hält ungebetene Gäste fern. Anfangs hätten auf dem Gelände kaputte Glasflaschen gelegen, berichtet ASV-Sprecher Reinhold Rehbein. Doch mit dem Zaun habe sich das geändert. Über schmutzige Hinterlassenschaften müsse man sich nicht mehr ärgern. Das ASV zahlt seine Miete inzwischen an die Deutsche Real Estate in Frankfurt. Denn die Post hat das Gebäude verkauft. An wen sie den Betrag für ihren „Briefzustellstützpunkt und das Postbank-Finanzcenter“ überweist, kann Pressesprecher Thomas Kutsch nicht sagen. Aber der Missstand, der sei allen bekannt. „Wir tun mehr als hingucken“, sagt der Pressesprecher. Der Eigentümer kümmere sich um das Grundstück. Die Post habe eine zusätzliche Reinigung morgens veranlasst. Man versuche, den Zugang sauber zu halten. „Aber es gelingt nur ansatzweise. Man wird dem Problem nicht hundertprozentig Herr.“

Die Post ist ebenfalls Mieter der Deutschen Real Estate, die den gesamten Komplex übernommen hat. Außerdem hat sich ein Werttransportunternehmen dort angesiedelt. 6000 Quadratmeter stehen nach Angaben der Frankfurter Real Estate leer. Von den Missständen am Eingang zur Hauptpost höre man zum ersten Mal, heißt es auf Anfrage. Man werde sich aber darum kümmern, versichert ein Mitarbeiter. Schließlich sei man als Eigentümer an einem ordentlichen Erscheinungsbild interessiert.

Von Ellen Schwaab

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