Schmidt’sche Heißdampf: Geschäftsführung und Betriebsrat begrüßen Verkauf

Kassel. Geschäftsführung, Betriebsrat, Belegschaft und IG Metall begrüßen einmütig die Übernahme der traditionsreichen Schmidt’schen Heißdampf Gesellschaft (SHG) durch den deutsch-skandinavischen Investor Triton.

„Triton will uns beim geplanten Wachstum und der Erschließung neuer Geschäftsfelder helfen, unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter stärken und mehr investieren als dies bislang der Fall war“, sagte Geschäftsführer Karsten Stückrath im Gespräch mit der HNA.

Betriebsratsvorsitzender Karl-Friedrich Engelbrecht erklärte, dass der Verkaufsprozess „sehr transparent“ gewesen sei, und unterstrich die Notwendigkeit einer breiten Produktpalette, „wie wir sie haben“. Das schütze das Unternehmen vor schwacher Nachfrage in einzelnen Produktbereichen und Märkten.

Wie berichtet, hat der französische Kraftwerks- und Stromnetzbauer sowie Bahntechnik-Konzern sein Wärmetauscher- und Spezialmühlen-Geschäft mit weltweit rund 1500 Beschäftigten und 430 Mio. Euro Jahresumsatz an Triton für 730 Mio. Euro verkauft. Das Geschäft soll im Spätsommer oder Herbst wirksam werden. Betroffen ist auch die Schmidt’sche Heißdampf-Gruppe mit 430 Beschäftigten, davon 240 am Sitz Kassel und im Zweitwerk Lohfelden sowie 60 in Düsseldorf und 130 in Mannheim. Die SHG gehört seit 1989 zum Alstom-Konzern.

Stückrath und Engelbrecht unterstrichen, dass alle Beschäftigten übernommen würden und die Standorte erhalten blieben. Sie gehen sogar von einem Beschäftigungsaufbau infolge der guten Auftragslage aus. Im gerade zu Ende gegangenen Geschäftsjahr 2013/14 (31. März) setzte die Gruppe um SHG 150 Millionen Euro um und holte Aufträge im Wert von 200 Mio. Euro herein. Der aktuelle Orderstand liegt bei 250 Mio. Euro, also Arbeit für fast zwei Jahre. Stückrath und Engelbrecht werten dies auch als Resultat der traditionell guten Zusammenarbeit zwischen Geschäftsleitung und Betriebsrat. Und Triton wisse gerade auch um den Wert der Beschäftigten. „Sie sind unser eigentliches Kapital“, sagt Stückrath.

Die Gruppe gilt als sehr profitabel, passte aber nicht mehr zum Alstom-Kerngeschäft mit Stromerzeugungs- und -übertragungs- sowie Bahntechnik. So ändert sich für den zweiten Standort der Franzosen in Kassel, das Werk für Hochleistungsschalter in der Lilienthal-straße, nichts. Ein weiterer Grund für das 700-Mio-Euro-Geschäft ist für Alstom der Abbau der hohen Schulden.

SHG stellt unter anderem sogenannte Spaltgaskühler her. Sie sind die Herzstücke einer jeden chemischen und petrochemischen Anlage bei der Gewinnung von Ethylen. Das ist der Grundstoff für alle Kunststoffe und Lacke sowie für viele Textilfasern. Bei Luftvorwärmern für die Rußherstellung sind die Kasseler mit einem Anteil von bis zu 70 Prozent unangefochtener Weltmarktführer.

Von José Pinto

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.