HNA-Serie "Made in Kassel"

Ingenieurbüro hilft Energieverschwendung zu reduzieren

+
Die Kasseler Limón GmbH arbeitet mit selbst entwickelter Software. Unser Foto zeigt (von links) Martin Lübeck, Michael Herwig und Geschäftsführer Dr. Mark Junge.

Kassel. Energie wird immer teurer, und deren Verschwendung ist nicht nur ein ökonomischer, sondern auch ein ökologischer Sündenfall.

Damit der nicht zu oft eintritt, haben Professor Dr. Jens Hesselbach vom Fachbereich Maschinenbau der Uni Kassel und dessen ehemalige Studenten Dr. Mark Junge, Lars Martin und Miroslav Martinovic die Limón GmbH aus der Taufe gehoben.

Sie hilft zumeist Autobauern und Zulieferern, Stahlwerken und Gießereien, Pharma- und Chemiekonzernen, Großbäckereien und Lebensmittelproduzenten sowie Kunststoffverarbeitern, ihre Energiekosten zu reduzieren.

„Wir kümmern uns darum, dass die Industrie weniger Energie verbraucht“, fasst Limón-Geschäftsführer Junge die komplexe Arbeit des mittelständischen Unternehmens zusammen. Und das nicht nur bundes-, sondern auch europa- und weltweit. Die Kunden sitzen in Mexiko, Korea und China, Griechenland, Österreich und Serbien. In Deutschland arbeiten die Kasseler Energiesparer in eigenen Büros: in Hannover und Hamburg und demnächst auch in Mannheim. Im Ausland kooperiert Limón mit lokalen Partnern.Aktuell optimieren die Energieprofis die Produktion eines großen Autozulieferers. Im ersten Schritt wird dieser acht Prozent weniger verbrauchen, was einer jährlichen Einsparung von 1,5 Millionen Euro entspricht. Aber erfahrungsgemäß ist laut Junge weit mehr drin.

Bis zu 30 Prozent Energie-Einsparung sind in der Industrie möglich, wenn Produkte und Prozesse energetisch auf den neuesten Stand gebracht werden.Aber was so einfach aussieht, ist meist ein sehr aufwendiger Prozess. Zunächst müssen Junge und seine Mitarbeiter eine Verbrauchsanalyse erstellen und das Einsparpotenzial ausloten. Dann wird ein technisches Konzept erarbeitet, aus dem hervorgeht, welche Einsparung erwartet werden kann und wann sich die Investition amortisiert. Damit ist die Arbeit von Limón aber keineswegs erledigt. Die Kasseler helfen bei der praktischen Umsetzung und ziehen erst ab, wenn das Einsparziel erreicht ist.

Ein Riesenthema ist auch die Nutzung der industriellen Abwärme, etwa in Stahlwerken und Gießereien. „Vielfach verpufft diese Energie ungenutzt“, weiß der Geschäftsführer, dem ein gutes Arbeitsklima über alles geht. „Bei uns muss Arbeit Spaß machen“, sagt er. 60 bis 70 Prozent seiner Mitarbeiter kommen von der Kasseler Uni.

2,5 Millionen Euro setzt die Uni-Ausgründung mit seinen aktuell 43 Mitarbeitern um. Die Zeichen stehen auf Wachstum. „Der Markt hat ein Riesenpotenzial, denn wir stehen doch erst am Anfang“, erklärt Junge, der Limón als einen der Großen der Branche bezeichnet. Und Junge und dessen Team wollen sich nicht damit zufriedengeben, den Kunden nur eine gute Leistung zu verkaufen. „Wir wollen das Thema weiterentwickeln, neue innovative Lösungen finden und Standards setzen“, erklärt der Ingenieur unter Hinweis auf die Teilnahme an zahlreichen Forschungsprojekten rund um die Energie-Einsparung.

Von José Pinto

Hintergrund

Dänen halten 40 Prozent an Limón

Dr. Mark Junge und Professor Dr. Jens Hesselbach halten je 20 Prozent der Gesellschaftsanteile, Lars Martin und Miroslav Martinovic je acht und die Mitarbeiter vier Prozent. Im Juli dieses Jahres übernahm – wie berichtet – der dänische Mitbewerber SE Big Blue 40 Prozent der Anteile. Er setzt mit 90 Mitarbeitern rund 20 Millionen Euro im Jahr um. Der Name Limón kommt aus dem Spanischen und steht für Zitrone. Mit dieser Wahl wollten die Firmengründer im wahrsten Wortsinn Spritzigkeit in den Markt bringen. Limón hat sich in der Branche längst zum Markennamen entwickelt. (jop)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.