Stadt hat Vorreiterrolle eingebüßt – Auch im Landkreis mehr Infizierte

Kasseler Inzidenz nähert sich Landesdurchschnitt an

Corona-Schutzimpfung im Impfpass eintragen
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Bei Corona-Schutzimpfungen in Kassel gibt es derzeit eine Impfbescheinigung. Vom Hausarzt kann man die Impfung später im Impfpass eintragen lassen.

Mit einer Inzidenz von über 60 gehört Kassel endgültig nicht mehr zu den hessischen Regionen mit den niedrigsten Werten. Fragen und Antworten zum Thema Corona.

Wie haben sich die Infiziertenzahlen entwickelt? Nach den positiven Fallzahlen am Dienstag hat es am Mittwoch wieder ganz anders ausgesehen. Das Gesundheitsamt berichtet von 60 Neuinfizierten in Stadt und Landkreis Kassel. Die Zahl der aktuell Infizierten ist im Vergleich zum Vortag ebenfalls deutlich gestiegen – um 41 auf 368 Betroffene. 25 Infizierte (plus 3) müssen in Krankenhäusern behandelt werden, 11 davon auf einer Intensivstation. Positiv ist hingegen, dass auch am Mittwoch kein weiterer Todesfall in der Statistik auftaucht.

Wie wirkt sich das auf die Inzidenzwerte aus? Die sind in Stadt und Landkreis gestiegen. Das Gesundheitsamt hat die Sieben-Tage-Inzidenz für die Stadt mit 62,4 (Vortag: 55) angegeben. Damit nähert sich Kassel immer weiter dem Inzidenzwert im hessischen Landesdurchschnitt (69,2/Vortag: 68,7) an. Die Inzidenz für den Landkreis gibt das Gesundheitsamt mit 35,1 (Vortag: 32,1) an. Im Landesvergleich haben lediglich der Schwalm-Eder-Kreis und der Vogelsbergkreis niedrigere Inzidenzwerte.

Ich bin mittlerweile zweimal geimpft, muss ich trotzdem einen Test machen, wenn ich ein Altenheim betreten will? Diese Frage erreicht die Redaktion von einem HNA-Leser. Die Antwort lautet: Ja, ein Test am Eingang ist weiterhin Pflicht. Zum einen ist es auch als Geimpfter grundsätzlich möglich, an Corona zu erkranken, da kein Impfstoff einen 100-prozentigen Schutz bietet (in der Regel verläuft die Erkrankung dann mild). Zum anderen ist noch nicht sicher, in welchem Umfang die Impfstoffe vor einer Übertragung des Virus auf andere Personen schützen. Um dies zu beurteilen, sind laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung weitere Studien notwendig.

Wieso kann ich meine Corona-Impfung nicht in meinen Impfpass eintragen lassen? Auch diese Frage hat ein HNA-Leser gestellt, der im Kasseler Zentrum geimpft wurde. Laut Stadt gibt es dafür „verfahrenstechnische Gründe“. Bei der im Impfzentrum ausgestellten Bescheinigung handele es sich aber um ein vollwertiges Ersatzdokument für den Nachweis, sagt ein Sprecher. Nachtragungen im Impfausweis sind also nicht erforderlich, können aber von jedem Arzt vorgenommen werden, wenn die Impfbescheinigung vorgelegt wird.

Wann werden nicht-mobile Menschen zuhause geimpft? Das ist weiter unklar. Etwa 50 000 Menschen der ersten Impfgruppe wollen in Hessen daheim geimpft werden – warten aber immer noch auf einen Termin. Das Innenministerium bittet die Betroffenen jetzt in einem Brief um Geduld, nennt aber keine konkreten Impftermine. Das Problem: Das Ministerium hat den Landkreisen, die die mobilen Teams losschicken, noch keine Listen mit den Daten der Impfwilligen übermittelt. Das soll ab dieser Woche geschehen. (Andreas Hermann und Marie Klement)

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