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Wegen Streit in SPD: Kasseler Jusos brechen endgültig mit Oberbürgermeister Geselle

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Von: Andreas Hermann

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Jusos
Jusos Symbolbild © Martin Schutt/dpa

Der Kasseler SPD-Nachwuchs will Amtsinhaber Christian Geselle bei einer Kandidatur zur Oberbürgermeisterwahl nicht unterstützen.

Kassel – Ob er überhaupt kandidiert, ist noch offen. Ob er für seine Partei, die SPD, antritt, wird immer unwahrscheinlicher. Klar ist nun aber, dass Amtsinhaber Christian Geselle bei einer Kandidatur zur Oberbürgermeisterwahl am 12. März 2023 nicht mit der Unterstützung des Kasseler SPD-Nachwuchses rechnen kann.

„Wir werden Christian Geselle nicht als unseren Oberbürgermeister-Kandidaten unterstützen“, erklärte am Donnerstag Lisa Dollinger, die stellvertretende Juso-Vorsitzende, im Namen des Vorstands. Damit vollzieht der aktuell mehr als 200 Mitglieder zählende SPD-Nachwuchs in Kassel den endgültigen Bruch mit dem OB.

Lisa Dollinger Stellvertretende Vorsitzende der Jusos Kassel
Lisa Dollinger Stellvertretende Vorsitzende der Jusos Kassel © Privat

Im April, bei der Nominierung des SPD-Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl, hätten „die Jusos als eigenständige Kraft innerhalb der SPD Kassel die Nominierung von Christian Geselle mit kritischem Blick noch mitgetragen“, berichtete Dollinger. Diese Unterstützung habe Geselle jedoch mit seinen Äußerungen zum Streit in der Kasseler SPD verloren.

„Wir Jusos sind enttäuscht über das Verhalten unseres Oberbürgermeisters“, so Dollinger weiter. Klar weise man Geselles Vorwurf zurück, dass es nicht das Ziel von Parteichef Ron-Hendrik Hechelmann und Fraktionschefin Ramona Kopec gewesen sei, den Streit beizulegen. Zu behaupten, es bestünde ein ernsthaftes Interesse an einer Konfliktlösung und dann keine Zeit für mögliche Schlichtungsgespräche einzuräumen, zeuge von Geselles „deutlichem Desinteresse an einer Beilegung des Streits und von fehlendem Respekt gegenüber allen Ebenen der Partei“, kritisieren die Jusos.

Wegen seines „Fehlverhaltens“ in den vergangenen Wochen kündigen die Jusos an, Geselle bei der Aufstellung zum SPD-Kandidaten für die OB-Wahl nicht mitzuwählen. Bislang ist diese Wahl für den 12. Oktober terminiert.

Schon Ende August hatte der Kasseler Juso-Vorsitzende Ilyas Yassin in der parteiinternen Kontroverse klar Stellung gegen Geselle bezogen. Die Forderung Geselles, die demokratisch getroffenen Entscheidungen der SPD-Gremien zum Abbruch der Gespräche mit der CDU zu revidieren, lasse ihn „stark am Demokratieverständnis des Oberbürgermeisters zweifeln“, meinte Yassin. Der Juso-Vorsitzende hatte Geselle zudem aufgefordert, sich für sein öffentliches Auftreten bei der gesamten Partei zu entschuldigen.

(Andreas Hermann)

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