„Man macht sich Gedanken“

Kasseler Kanoniere bestürzt über tödlichen Unfall in Marsberg

Kassel. Mit Bestürzung reagieren die Mitglieder der Kasseler Traditionskanoniere auf den Unfalltod eines Schützenkönigs aus dem Sauerland.

Der 30-jährige Andre B. war am Wochenende beim Abfeuern von Salutschüssen von einem abgesprengten Kanonenteil getroffen worden. Infolge der Verletzungen starb Andre B. in einem Krankenhaus. „Das ist ein Schlag in den Nacken, da macht man sich schon Gedanken“, sagt Wilfried Herpe, stellvertretender Vorsitzender des Schützenvereins Kasseler Traditionskanoniere.

Auch die zwölf Mitglieder dieses Vereins geben regelmäßig mit ihrer Kanone Salutschüsse ab. Zuletzt am vorletzten Wochenende anlässlich des 120. Geburtstages des Kasseler Hafens. Aus historischen Kanonen und Hakenbüchsen wurden insgesamt zwölf Schuss abgegeben.

„Wir schießen aber nur mit Pulver. Das ist Böllerschießen“, sagt Herpe. Er ist sich zu 99,9 Prozent sicher, dass es in seinem Verein, bei dem er im Jahr 1999 auch Gründungsmitglied war, nicht zu einem Unfall wie bei den Marsberger Schützen kommen könnte. „Die Marsberger haben wohl aus einer gegossenen Kanone geböllert“, sagt Herpe. Es könnte durchaus möglich sein, dass in der Gusskanone Lunkerstellen waren. Diese Schwachstellen könnten zur Ermüdung des Materials beigetragen und schließlich den tödlichen Unfall verursacht haben.

Die Kanone der Kasseler Schützen ist komplett aus Stahl, sagt Herpe. „In dem Vollstahl sind nur einige Bohrungen. Ein Materialfehler ist da unwahrscheinlich.“ Zudem müssten die Kanonen alle fünf Jahre zum Beschuss, das heißt, sie werden kontrolliert. Für den Kasseler Verein ist das Beschussamt Mellrichstadt (Bayern) zuständig.

Weil es im Kreis Waldeck-Frankenberg zahlreiche Schützenvereine mit Kanonen gebe, habe das Beschussamt im Mai eine Kontrolle in Twiste vorgenommen. Da sei auch die Kasseler Kanone untersucht worden. Es sei alles in Ordnung gewesen.

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