Das neue Prinzenpaar im Kasseler Karneval

„Wie ein Lottogewinn“ - Kassel hat ein neues Prinzenpaar: Lars II. und Kathrin

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Repräsentieren ein Jahr lang die Gemeinschaft Kasseler Karnevalgesellschaften: Prinz Lars II. (Lars Küllmar, 39) und Prinzessin Kathrin (Kathrin Vaupel, 34).

Kassel hat ein neues Prinzenpaar: Lars Küllmar und Kathrin Vaupel sind für ein Jahr im Amt. Wir haben ein Interview mit ihnen geführt. 

Ab dem 11.11. hat Kassel für ein Jahr ein neues Prinzenpaar: Lars Küllmar (39) und Kathrin Vaupel (34) sind als Prinz Lars II. und Prinzessin Kathrin die Repräsentanten der Gemeinschaft Kasseler Karnevalgesellschaften. Anlässlich des Beginns der Karnevalsaison veröffentlichen wir ein Interview mit dem Prinzenpaar.

Wie kommt man eigentlich auf die Idee, Prinz und Prinzessin zu werden?

Lars: Im letzten Jahr haben wir beim Ausklang noch Sprüche gemacht, dass wir uns den Karneval in diesem Jahr noch aus dem Saal anschauen und im nächsten Jahr von der Bühne. Das war ein Witz, ich hätte auch nicht gedacht, dass er so schnell Realität wird.

Kathrin: Dass wir dann wirklich gefragt werden, wäre uns im Traum nie eingefallen. Das ist emotional so, als würde man vom Lottogewinn oder dem Super-Jobangebot träumen und plötzlich wird es Realität. Es ist ja die höchste Ehre im Karneval, einmal Prinzenpaar zu sein und seinen Verein oder in unserem Fall die GKK zu repräsentieren. Gleichzeitig bedeutet es aber auch gute organisatorische und finanzielle Planung, denn man muss viel Zeit und auch Geld einbringen, Sponsoren finden und mit dem Arbeitgeber gute Absprachen für die tollen Tage treffen.

Sie sind noch gar nicht so lange im Kasseler Karneval und jetzt schon Prinzenpaar. Wie kam das?

Lars: Als wir Ende Juli von unserem Verein gefragt wurden, ob wir das Prinzenpaar machen, habe ich nur gut fünf Minuten überlegt und dann zugesagt. Das war ein Bauchgefühl. Meine Prinzessin ist da eher der Kopfmensch, mit vielen Listen und viel Organisation – einer muss ja bei uns den Überblick behalten (lacht).

Der Karneval ist immer wieder für Überraschungen gut.

Kathrin: Immerhin: Lars habe ich ja in seinem Karnevalsverein kennengelernt. Bis wir ein Paar wurden, hat es noch einmal vier Jahre gedauert. (lacht) Ich habe ihm damals im Büro ausgeholfen und Lars war mit seinen Elferratskollegen da und plante die Karnevalsitzung.

Lars: Wenn uns damals jemand gesagt hätte, dass wir heute ein Liebes- und seit dem 11.11. auch ein Prinzenpaar sind, wir hätten ihn für verrückt erklärt. Der Karneval ist halt immer wieder für Überraschungen gut.

Ihre Beziehung zum Karneval ist allerdings schon etwas länger…

Lars: Ja, ich war schon als Kind in meinem Heimatort Fritzlar-Haddamar im dortigen Karnevalsverein CCH Haddamar in der Kindergarde als Tänzer aktiv. Seit fünf Jahren bin ich Elferratsmitglied. Seit einem Jahr bin ich nun mit Kathrin auch im Kasseler Karneval aktiv.

Kathrin: Den Kasseler Karneval habe ich vor vier Jahren kennen- und liebengelernt. Zu Beginn habe ich die Veranstaltungen einzelner Vereine besucht und dieses auch mit der Videokamera festgehalten. Vor drei Jahren bin ich dann auch Mitglied bei der „KG Süd“ geworden. Ich wollte dann aber unbedingt nicht mehr nur hinter der Kamera stehen. Diese Chance habe ich durch den Vorsitzenden Andreas Fensky bekommen. Er hat mich als Sitzungspräsidentin mit auf die Bühne genommen. So habe ich die Traditionen eines karnevalistischen Programms und das Moderieren gelernt. Wir als KG-Süd haben schon gute Erfahrungen mit Sitzungspräsidentinnen gemacht, doch für einige Männer ist das immer noch etwas Ungewohntes. Aber das muss ja nicht immer zu bleiben.

Sie kommen aus einem Verein, der durch die Fusion zweier Traditionsvereine entstanden ist.

Kathrin: Das spielt gerade für mich eine große Rolle. Wir haben uns im Vorstand der „KG Süd“ viele Gedanken gemacht, wie es weitergehen kann. Es ist doch leider immer häufiger in heutiger Zeit so, dass die kleinen Vereine nicht lange überleben können. Schließlich erwartet man auch von kleinen Vereinen, dass sie volles Programm liefern. Wir waren uns aber auch einig, dass wir so einen Traditionsverein nicht einfach untergehen lassen können. Daher haben wir uns mit dem ebenfalls kleiner gewordenen Verein „M-Einser“ zusammengeschlossen. Das funktioniert deshalb sehr gut, weil wir uns ja aus dem Karneval kennen – wir sind ja so etwas wie eine große Familie.

Lars: Dass wir im Gründungsjahr des neuen Vereins und im Jubiläumsjahr der alten KG Süd Prinzenpaar sein dürfen, ist eine ganz besondere Ehre. Zumal man diese Chance nur einmal im Leben hat.

Karneval und Kassel – wie geht das zusammen?

Kathrin: Ja, das habe ich schon öfters hören müssen. Da wird man schon mal komisch angeschaut und gefragt: Wie, Kassel feiert Karneval? Karneval in Kassel kennen viele gar nicht. Selbst die Kollegen haben sich schon gewundert, wenn ich gesagt habe, ich muss los zum Seniorenkarneval. Die GKK geht mittlerweile auch neue Wege, damit Karneval in Kneipen, Sitzungen mit Programm und die Umzüge bekannter werden.

Lars: Dass man in Kassel Karneval feiert, wusste ich schon als Kind. Meine Mutter hat als Jugendliche bei „Narrhalla Chassalla“ mitgetanzt. Sie ist sehr stolz, dass wir das neue Prinzenpaar der GKK sind. Als ich Kathrin das erste mal mit nach Hause gebracht habe und sie dann erwähnt hat, dass sie im Karneval aktiv ist, haben die zwei Frauen sich auf Anhieb gut verstanden. Andere tauschen Kochrezepte mit der Schwiegermutter aus, meine Prinzessin informiert sie über den Karneval – hat auch nicht jeder, oder ?

Politiker verkünden nach Ihrer Wahl ein Programm. Haben Sie Ziele für ihre Regentschaft – wenn Sie etwas verändern könnten?

Kathrin: Wir repräsentieren ja nur den Karneval, allerdings bekommen wir nach dem Rathaussturm vom OB symbolisch den Rathausschlüssel übergeben und regieren bis Aschermittwoch. Zum Glück ist mein Prinz ein geborener Handwerker, somit werden wir die ganzen Kasseler Baumaßnahmen in die Hand nehmen. Die Schleuse ist uns ein wichtiges Anliegen, damit das Leben an der Fulle noch lebenswerter wird. Schließlich hängen da auch eine Menge Arbeitsplätze dran.

Lars: Ich würde gerne die Anbindung nach Dortmund verbessern, am besten eine direkt Verbindung zum „Signal-Iduna-Park“ - ich bin BVB-Fan und da muss man entspannt zu den Spielen anreisen können. Natürlich unterstütze ich auch den KSV Hessen Kassel und besuche gerne die Spiele im Auestadion.

Und was ist nach Aschermittwoch?

Lars: Das ist noch lange hin. Nach Aschermittwoch werden wir die Aktiven der GKK zur Norddeutschen und hoffentlich auch Deutschen Meisterschaft im Karnevalistischen Tanzsport begleiten. Die Kasseler Stadtgarde, Miriam Pape und Julien Marcel Butzmann haben sich ja schon für die Norddeutsche Meisterschaft qualifiziert.

Kathrin: Wir freuen uns auch auf Volksfeste wie den Zissel, die Wehlheider Kirmes oder die Waldauer Entenkirmes. Sie gehören zu Kassel genau wie der Herkules.

Zu den Personen: Lars Küllmar und Kathrin Vaupel

Als Prinz Lars II. (Lars Küllmar, 39) und Prinzessin Kathrin (Kathrin Vaupel, 34) repräsentieren sie ein Jahr lang die Gemeinschaft Kasseler Karnevalgesellschaften. Beide kommen aus der „Karnevalgemeinschaft und Tanzsportgemeinschaft Süd-M-Einser“ der in diesem Jahr aus den Vereinen „KG Süd“ und „Die M-Einser“ fusioniert ist. 

In ihr Amt eingeführt werden sie am Montag, 11. November, 20.11 Uhr, im Philipp-Scheidemann-Haus. Eintritt ist frei. Aufgewachsen sind sie in Fritzlar. Kathrin Vaupel in Geismar und Lars Küllmar in Haddamar. Jetzt wohnen sie als Paar in Kassel und Haddamar. Lars Küllmar ist Maler und arbeitet in Waldau. Er ist Mitglied beim „Carneval Club Haddamar“ und war wie seine Partnerin bei der bisherigen „KG Süd“ aktiv. Kathrin arbeitet als Arbeitsvermittlerin beim Jobcenter des Landkreises Kassel. Begleiterpaar sind Benjamin und Simona Müller.

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