Reptilien, Hamster & Co. gehen leer aus

Viele Kasseler kaufen ihren Hunden und Katzen Weihnachtsgeschenke

Ein Weihnachtsgeschenk für den Welpen: Der neun Wochen alte Kurzhaardackel Tinka bekommt von seinen Frauchen Maja Dörfler und ihrer Tochter Franziska eine Spielzeugmaus. Fotos: Ludwig

Kassel. Kurzhaardackel Tinka bekommt zu Weihnachten einen neuen Spielkameraden: Für den neun Monate alten Welpen haben die Frauchen Maja Dörfler und ihre Tochter Franziska eine Quietschmaus bei „Fressnapf“ an der Leipziger Straße gekauft.

Während die Kasselerinnen fünf Euro in das tierische Weihnachtsgeschenk investierten, greifen andere vor dem Fest viel tiefer in die Tasche, um ihre Vierbeiner zu beschenken.

Diese Erfahrung hat auch Julia Walloschek von „Cookies for friends“ an der Kölnischen Straße 116 gemacht. „Für viele ist der Hund nicht mehr nur ein Haustier, sondern ein echtes Familienmitglied. Er wird genauso behandelt wie Kinder. Viele meiner Kunden schauen da nicht aufs Geld“, sagt sie.

In Walloscheks Geschäft gibt es für die vierbeinigen Familienmitglieder neben selbst gebackenen Hundekeksen vieles mehr. So habe sie in der Vorweihnachtszeit etliche selbst genähte Hundekissen verkauft. Der Clou: Der Name des Hundes wird auf den ausgewählten Stoff gestickt. Der Preis: 50 bis 100 Euro. Auch gestrickte Rentierpullis (zwölf bis 22 Euro) und Leckerli-Taschen (30 Euro) seien vor dem Fest gefragt.

Bei „Futternapf“ (Frankfurter Straße 75 a) spüren die Verkäufer ebenfalls eine stärkere Nachfrage in der Vorweihnachtszeit. „Viele Herrchen sagen, jetzt kaufe ich meinem Tierchen auch was zu Weihnachten“, erzählt Verkäuferin Lea Kaczmarek. Dies gelte aber fast nur für Hunde und Katzen – Weihnachtsgeschenke für Fische oder Vögel seien die Ausnahme. Im Schnitt würden die Kunden etwa 20 Euro in die tierische Bescherung investieren.

In der „Tierwelt“ in Harleshausen (Wolfhager Straße 367) läuft ebenfalls das Weihnachtsgeschäft. Viele Kunden hätten Tier-Spielzeuge oder besondere Snacks für Hunde und Katzen gekauft, sagt Geschäftsführer Frank Marzinkowski. Als Beispiel präsentiert seine Mitarbeiterin Mona Berger ein überdimensionales Leckerli, einen Jumbo-Kauknochen für neun Euro.

Tierische Weihnachtsgeschenke

Frank Hose, Inhaber des Zoohauses Süd (Frankfurter Straße 53), spürt das Weihnachtsgeschäft nicht. „Das war früher anders. Da wurden Hamster und Kaninchen zu Weihnachten an Kinder verschenkt. Davon raten wir den Kunden heute ab. Denn viele Tiere werden ausgesetzt“, sagt Hose. Auch Reptilien oder Fische kämen nicht mehr unter den Baum. Traditionelle Zoomärkte seien ohnehin vom Aussterben bedroht. Erst kürzlich habe „Zoo Benner“ an der Leipziger Straße nach 32 Jahren geschlossen.

Maja Dörfler und ihre Tochter Franziska haben bei „Fressnapf“ noch ein zweites Geschenk besorgt: Einen Knochen für ihre Dackeloma Lina. Niemand soll leer ausgehen.

Von Bastian Ludwig

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