529 Taten angeklagt

Kinderporno-Szene: Kasseler soll andere zum Missbrauch aufgefordert haben

Tatort Internet: Ein 38-jähriger Kasseler soll führender Kopf in der internationalen Kinderporno-Szene sein. Unser Symbolbild zeigt einen Mitarbeiter der nationalen Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internet-Kriminalität, der nach kinderpornografischen Inhalten im Internet sucht. Foto: dpa

Kassel/Frankfurt. Nach Erkenntnissen der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat der 38 Jahre alte Kasseler durch seine Internetaktivitäten so etwas wie Karriere in der Kinderporno-Szene gemacht.

Er soll im Internet zum „Moderator“ aufgestiegen sein und auch andere Pädophile mit Material versorgt haben.

Hier die einzelnen Punkte der Anklage, die insgesamt 529 Taten umfasst: 

• In der Zeit von Dezember 2009 bis Mai 2011 soll der Angeschuldigte in zehn Fällen auf einem Internet-Portal, auf dem Kinder in Live-Chats an sich oder Dritten sexuelle Handlungen vornehmen, Videodateien der Chats aufgezeichnet und diese zumindest teilweise auf einem anderen einschlägigen Internet-Portal eingestellt haben.

• In der Zeit von November 2011 bis Mai 2012 soll er den Betrieb einer nur für ausgewählte Nutzer zugänglichen Internet-Plattform, auf der kinderpornographisches Material verbreitet wurde, aktiv unterstützt haben: Er prüfte die von den Nutzern der Plattform eingestellten Dateien, ob es sich um „neues oder seltenes“ kinderpornografisches Material handelte. Zugleich soll der Angeklagte in insgesamt acht Fällen selbst Bild und Videodateien mit kinderpornografischen Inhalten auf der Internet-Plattform eingestellt haben.

• Aufgrund seiner „Verdienste“ soll der Angeschuldigte im März 2012 in der hierarchisch gegliederten Organisationsstruktur der Plattform in den Rang eines „Moderators“ aufgestiegen sein.

• Neben seiner Mitgliedschaft auf der Internet-Plattform soll der Mann ab Februar 2011 in 33 weiteren Fällen im Internet Links zu Bild- und Videodateien, die den sexuellen Missbrauch von Kindern zeigen, gepostet haben.

• Darüber hinaus soll der Angeschuldigte in der Zeit von Dezember 2012 bis Anfang April 2013 unter Nutzung von Bild- bzw. Videobearbeitungsprogrammen weitere 474 Bilder, die den sexuellen Missbrauch von Kindern zeigen, hergestellt und diese über das Internet anderen Nutzern einschlägiger Foren und Boards zugänglich gemacht haben.

• Um an weitere Bilder und Videos mit kinderpornografischen Darstellungen zu gelangen, soll der Kasseler im Jahr 2011 in drei Fällen gleichgesinnte Personen, mit denen er über einschlägige Foren in Chatkontakt stand, dazu aufgefordert haben, Kinder sexuell zu missbrauchen und hiervon Aufnahmen zu fertigen, um sie über das Internet zu verbreiten.

• Im August 2011 soll der

Angeschuldigte im Kasseler Stadtteil Forstfeld über das Internet Kontakt zu einem siebenjährigen Mädchen aufgenommen haben. Sie sollte in sexuell aufreizender Weise ihr unbekleidetes Geschlechtsteil über eine Webcam oder auf Youtube zeigen. Der Angeschuldigte wollte so an Videos und Bilder kommen. Das Kind wandte sich aber an seinen Vater, der das verhinderte.

Neben der Fußfessel hat der Mann Internetverbot.

Hintergrund: 38-Jähriger gefasst

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft hatte der 38-Jährige Äußerungen mit eindeutig pädophilem Bezug auf einer nicht strafbaren Internetseite gepostet. Er wurde deswegen von dem Betreiber der Seite bei der Polizei angezeigt. Am 26. April 2013 wurde der Angeschuldigte bei der Durchsuchung seiner Wohnung festgenommen. Im Spätsommer 2014 setzte das Landgericht Kassel den Haftbefehl außer Vollzug. Seitdem muss der Beschuldigte eine Fußfessel tragen. (tho/use)

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- Kasseler führender Kopf der Kinderporno-Szene?

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