Fünf Fälle im Jahr landen bei der Kripo

Behandlungsfehler in Kassel: Kritik ist „Panikmache“

Kassel. Müssen die Menschen in Kassel und im Landkreis Angst haben, sich in den Krankenhäusern der Region behandeln zu lassen? Dieser Verdacht liegt nach dem vernichtenden Urteil des AOK- Krankenhausreport 2014 über die deutschen Kliniken nahe.

Die Kasseler Krankenhäuser gehen deshalb jetzt in die Offensive. Sie sagen: nein. Die Kritik sei reine „Panikmache“, sagt auch die Leiterin des Gesundheitsamts Region Kassel, Dr. Karin Müller. Die Rate der Fälle, bei denen es beispielsweise durch Hygienemängel zu „unerwünschten Ereignissen“ wie Infektionen komme, liege in Kassel unter den im AOK-Report genannten vier Prozent. Von den etwa 4000 Menschen, die jährlich in Kassel und der Region sterben, werden laut Müller etwa 2000 – so viele sterben in der Stadt Kassel jedes Jahr – noch einmal vom Gesundheitsamt begutachtet. Vier bis fünf Fälle würden jedes Jahr an die Kripo weitergegeben mit Verdacht auf Behandlungsfehler. Das entspräche etwa 0,1 Prozent. Auch der Krankenhausreport geht von 0,1 Prozent Todesfällen aufgrund von Behandlungsfehlern aus.

„Die Medizin in den Kasseler Kliniken bewegt sich auf einem sehr hohen Niveau“, sagte Michael Schmidt, Geschäftsführer des Marienkrankenhauses Kassel. Das Krankenhaus hatte jetzt zu einem Runden Tisch mit anderen Kasseler Krankenhäusern eingeladen, um gemeinsam einer Verunsicherung von Patienten entgegen zu wirken. An der Vitos Orthopädische Klinik Kassel beispielsweise hat sich nach den Angaben der Klinik bei der Implantation von 836 künstlichen Hüft- und Kniegelenke kein einziger Patient mit Multiresistenten Erregern (MRE) infiziert. Wie auch in anderen Krankenhäuser werden dort Patienten systematisch auf MRE untersucht. Viele der im AOK-Report geforderten Verbesserungen seien an Kasseler Krankenhäusern bereits etabliert, hieß es bei den Kliniken.

Von Mirko Konrad

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