Mehr Infekte und Infarkte: Kasseler Kliniken sind brechend voll

Kassel. Kassels Allgemeinkrankenhäuser sind derzeit komplett ausgelastet. „Wir sind brechend voll“, sagt zum Beispiel die Geschäftsführerin des Rot-Kreuz-Krankenhauses Elisabeth Deterding.

An vielen Tagen trifft dies auch auf die Intensivstationen in den Krankenhäusern zu. Deshalb kommt es häufig zu Notzuweisungen durch die Leitstelle der Feuerwehr. Der Grund: In den Wintermonaten sind mehr Menschen von schweren Atemwegserkrankungen wie Lungenentzündungen betroffen, aber auch Herzinfarkte kommen in diesen Wochen häufiger vor. Zudem erkranken in der kalten Jahreszeit mehr Menschen an Infekten.

So verzeichnet das Gesundheitsamt Region Kassel vermehrt Fälle von Noroviren, die Magen-Darm-Infektionen verursachen. Allein im Dezember gab es 48 Notzuweisungen durch die Leitstelle. Diese greifen dann, wenn alle Allgemeinkrankenhäuser voll belegte Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeiten gemeldet haben. 25 dieser Patienten wurden ins Klinikum Kassel gebracht. Das Krankenhaus der Maximalversorgung hat die größte Kapazität. Und ein im vergangenen März eingeführtes neues Notzuweisungsverfahren richtet sich nach der Anzahl der verfügbaren Beatmungsbetten.

Zum Vergleich: In „normalen“ Monaten gebe es durchscnittlich nur zwei Notzuweisungen, erläutert die Leiterin des Gesundheitsamtes Region Kassel, Dr. Karin Müller. Das neue Verfahren sei fairer für die einzelnen Krankenhäuser und laufe deutlich besser als vorher. Das neue Notzuweisungsverfahren war ein Ergebnis des runden Tisches, der Auswege aus dem Bettennotstand der Kasseler Kliniken aufzeigen sollte. Auch beim zuständigen Ministerium in Wiesbaden blieben diese Klagen nicht ungehört. So wurde und wird der Ausbau von Intensistationen gefördert. Deshalb dürfte die Situation im nächsten Winter entspannter sein.

Von Martina Heise-Thonicke

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