Backkunst ohne Milch und Ei

Kasseler Konditor hat sich auf vegane Leckereien spezialisiert

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Tierisch lecker auf Pflanzenbasis: Stephan Roos präsentiert vegane Cupcakes und einen Zupf-Käsekuchen in seiner Backstube.

Backe, backe Kuchen: Das geht auch ohne Eier, Milch, Butter und Schmalz. Der Kasseler Stephan Roos backt mit rein pflanzlichen Zutaten.

Vor drei Jahren hat der Konditormeister sich mit einer veganen Pâtisserie & Confiserie selbstständig gemacht – und sich seither einen Ruf über Nordhessen hinaus erarbeitet.

Seine „Rosigen Naschereien“ fertigt der 39-Jährige auf Bestellung an, ein Ladengeschäft gibt es nicht. Die kleine, von außen nicht zu erahnende Backstube in einem Wohnhaus im Vorderen Westen ist zugleich sein Labor: Denn die größte Herausforderung beim veganen Backen ist es, ein gutes Rezept zu finden, erklärt Roos. Das Ei, das bei klassischem Kuchen der „Sekundenkleber im Teig“ sei, gilt es zu ersetzen. So hat er für jede seiner Kreationen vorab getüftelt und experimentiert, bis das richtige Verhältnis von Mehl, Stärke und Flüssigkeit gefunden ist und das Ergebnis seinen Erwartungen entspricht.

Wichtig ist dem Konditor, der sich selbst seit sechs Jahren komplett ohne tierische Produkte ernährt, beim Geschmack keine Abstriche zu machen. „Ich möchte auch die Menschen überzeugen, die Vorbehalte haben und glauben, vegan könne nicht schmecken“, sagt er. Dabei geht es ihm auch darum, beim süßen Genuss niemanden auszuschließen: Auch für Menschen mit Laktose-, Ei- oder Kuhmilcheiweißallergie sind seine Torten, Kuchen, Cupcakes und Pralinen geeignet. Auf Wunsch backt er auch glutenfrei.

Statt mit Butter arbeitet Roos mit hochwertiger Margarine oder Ölen, nutzt neben herkömmlichem Mehl auch Mais-, Tapioka- oder Guarkernmehl sowie gemahlene Saaten. Für die Fluffigkeit kommt neben Backpulver einfach Sprudel in den Teig. Auch auf Sahnetorten und Buttercreme muss seine Kundschaft nicht verzichten: Dafür verwendet er neben pflanzlicher Sahne auch ungewöhnliche Zutaten wie Kichererbsenwasser.

Das A und O beim Backen sei die Qualität der Rohstoffe, betont der gebürtige Kasseler, der seine Ausbildung im Café Nenninger gemacht hat. Die „Pülverchen der Lebensmittelindustrie“ kommen bei ihm nicht in die Rührschüssel: „Ich möchte clean arbeiten.“

Roos’ Spezialität sind Hochzeitstorten, die er nach individuellen Wünschen zu regelrechten Kunstwerken dekoriert. Doch aufgrund der Coronakrise ist das Hochzeitsgeschäft eingebrochen. Stattdessen bietet Roos nun Tortenpakete mit einer Auswahl seiner Produkte an, die er zum Wochenende direkt nach Hause liefert. So will er auch das Überleben seines Betriebs sichern, der hessenweit seinesgleichen sucht. Bundesweit gebe es zwar einige rein vegane Konditoreien, weiß Roos: „Aber oft eben nicht in lecker“. Selbst aus Berlin habe er schon Anfragen bekommen – doch die Reise in die Hauptstadt ist für seine delikaten Produkte zu weit.

Kontakt: rosige-naschereien.de Tel. 0173 /52 11 39 4.

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