Sanierungsarbeiten im Landesmuseum - Wiedereröffnung in einem Jahr

Lichtdurchflutet: Der Wappensaal mit Blick auf den Brüder-Grimm-Platz bekommt eine neue Anmutung. Das Fries mit den Wappen der Kaufunger Ritterschaft ist während der Arbeiten schützend mit einer Folie abgedeckt. Links Architekt Heinz Jahn. Fotos: Koch

Kassel. Am Brüder-Grimm-Platz wird kräftig gebaut. Große Baufahrzeuge rangieren geschickt auf dem schmalen Vorplatz des Landesmuseums. Durch eine große Kunststoffröhre wird in regelmäßigen Schüben Bauschutt aus dem Inneren des Gebäudes nach außen befördert.

Hier liegt ein Berg Pflastersteine, dort sind Baumaterialien aufgehäuft. 15 Facharbeiter sind auf der Baustelle im Einsatz.

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Auch wenn hier demnächst eine neue Eingangstreppe gesetzt wird, die maßgeblichen Arbeiten spielen sich im Inneren des hundert Jahre alten Hauses ab. „Wir liegen mit der Sanierung des Landesmuseums gut in der Zeit und bleiben in dem Kostenrahmen von 30 Millionen Euro“, sagt Dr. Micha Röhring, Entwicklungsplaner bei der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK).

An der Ostseite des Museums ist jetzt eine Öffnung für einen künftigen barrierefreien Eingang entstanden. „Weitere Eingriffe in die Außenhaut des historischen Gebäudes sind nicht vorgesehen“, sagt Röhring. In dem ehemaligen Keller entsteht der Schacht für einen Fahrstuhl. Als Neuerung werden in diesem Bereich, wo der Boden einen halben Meter abgesenkt wird, Räumlichkeiten für die Museumspädagogik sowie eine Garderobe eingerichtet.

Barrierefrei

Eine strukturelle Veränderung erfahren auch die beiden Innenhöfe. Sie werden überdacht und auf gleiche Höhe mit dem Antikensaal gebracht, sodass man sich später im Erdgeschoss barrierefrei bewegen kann. Außerdem werden sie sozusagen unterkellert mit Räumen für Lager. Eine aufregende Anmutung bekommt der Antikensaal dadurch, dass ein seit 70 Jahren verschlossener Galeriendurchbruch geöffnet wurde. Wer künftig den Saal betritt, kann bis in den Fürstengarten blicken. Überhaupt werden zurzeit einige alte Schmuckbbögen und andere Raumelemente neu herausgearbeitet.

Insgesamt habe das Haus, das vom Kriegsbombardement verschont geblieben ist, eine gute Grundsubstanz, sagt Architekt Heinz Jahn vom Hessischen Baumanagement. „Wir müssen kein Asbest entsorgen wie bei vielen in Nachkriegszeiten renovierten Häusern, und der 1913 verbaute Stahlbeton ist ebenfalls in einem guten Zustand“, sagt Röhring. Er ist „begeistert von der Modernität“ des Museumsgebäudes.

Seit 2008 ist es wegen der Generalsanierungsarbeiten geschlossen. Die Wiederöffnung ist für Anfang Dezember 2014 geplant. Ein Jahr später wird auch die eingerichtete Ausstellung zu sehen sein. Ursprünglich war die Eröffnung für dieses Jahr anvisiert, musste aber wegen einer Prüfung der Bauunterlagen durch das hessische Finanzministerium verschoben werden.

Als Trost für die verschobene Eröffnung hat die MHK zum Jubiläum des Landesmuseums in der Neuen Galerie eine Sonderausstellung erarbeitet. Zum ersten Mal wird die Entstehungs- und Nutzungsgeschichte des Hauses umfassend veranschaulicht. Gezeigt werden viele bislang nie gezeigte Objekte.

Öffnungszeiten der Ausstellung: Di-So, Feiertage 10-17, Do 10-20 Uhr, Eintritt: 6 / 4 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei. Der Katalog kostet 19,95 Euro.

www.museum-kassel.de

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