Flaniermeile bis zum Stern

Kasseler Linke will die Fußgängerzone bis zum Holländischen Platz verlängern

Soll verlängert werden: Die Fußgängerzone

Kassel. Eine durchgehende Flaniermeile vom Rathaus bis zur Universität: Nach dem Willen der Kasseler Linke soll die Fußgängerzone der Stadt erheblich verlängert werden.

Von der Oberen und Unteren Königsstraße soll sie künftig über den Stern hinaus bis zum Holländischen Platz führen und damit die wichtige Verbindung zwischen Altmarkt und Hauptbahnhof blockieren. Nachfolgend Fragen und Antworten zu dem Antrag:

Woher kommt die Fußgängerzonen-Idee überhaupt?

Die Kasseler Linke hat kurzfristig den Änderungsantrag zur „Verbesserung der Lebens- und Aufenthaltsqualität am Stern“ eingebracht. Und zwar zu einer CDU-Initiative, die auf mehr Sicherheit für diesen Bereich abzielte. In Ausschüssen ist der Linken-Vorschlag nicht behandelt worden. So wird darüber erstmals am heutigen Montag in der Stadtverordnetenversammlung diskutiert (ab 16 Uhr im Rathaus).

Was soll im Bereich Königsstraße/Stern passieren?

Die Linke will die Fußgängerzone um knapp 300 Meter von der Unteren Königsstraße über den Stern bis zum Holländischen Platz verlängern. Nach dem Antrag soll der Magistrat unverzüglich ein städtebauliches Entwicklungskonzept für das Gebiet der Unteren Königsstraße und der angrenzenden Straßen erarbeiten. Im Entwurf soll dieses bereits Ende 2017 vorliegen. Da der Planungs- und Umsetzungsprozess unter breiter Beteiligung von Bürgern, Anliegern, Initiativen und Ortsbeirat mehrere Jahre benötige, solle schon jetzt damit begonnen werden, fordert Linke-Fraktionschef Lutz Getzschmann.

Was erwartet man von der längeren Fußgängerzone?

Die Anbindung der Universität an die Innenstadt zu Fuß würde sich dadurch verbessern. Die Aufenthaltsqualität und das Sicherheitsgefühl würden sich erhöhen, glaubt die Linke. Zudem könne der lange geplante Umbau der Kurt-Schumacher-Straße die Lebensqualität der Anwohner steigern. Radler und Fußgänger könnten die Straße besser nutzen und zwischen Altstadt und Pferdemarktquartier besser queren. Nach Ansicht der Linken würden die Umbauten an der Unteren Königsstraße – wie in der Friedrich-Ebert-Straße – Investitionen der Hauseigentümer nach sich ziehen.

Sind für den Vorschlag politische Mehrheiten denkbar?

Eine Zustimmung ist schwer vorstellbar. Wenn überhaupt, könnte der Antrag am Montag an die Ausschüsse verwiesen werden. Der Wunsch nach Verlängerung der Fußgängerzone kommt für alle anderen Fraktionen völlig überraschend. Die Umsetzung hätte enorme Folgen, nicht zuletzt finanzieller Art. Im Grunde wird die Umgestaltung eines zentralen Bereichs der Kasseler City gefordert. Das hat mit dem ursprünglichen CDU-Antrag wenig zu tun. Der wollte, dass der Magistrat mit der Polizei ein Konzept für mehr Sicherheit rund um den Stern erarbeitet. Schon das lehnte die Mehrheit im Ausschuss ab.

Welche Probleme zeichnen sich schon im Vorfeld ab?

Eine Verlängerung der Kasseler Fußgängerzone bis zum Holländischen Platz hätte enorme Auswirkungen auf den Straßenverkehr. Wie auch immer die Gestaltung der Flaniermeile ausfiele, wären mit Stern und Holländischem Platz zwei wichtige Kreuzungen betroffen. Mit der Kurt-Schumacher-Straße würde eine Hauptverkehrsader der Innenstadt durchtrennt. Am Stern würde die Fahrt in der Sackgasse enden. Auf der parallel verlaufenden Wolfhager Straße herrscht im Berufsverkehr schon derart Betrieb, dass sie die Fahrzeuge einer quasi stillgelegten Kurt-Schumacher-Straße nicht auch noch aufnehmen könnte.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.