Gemüseproduzentin Petra Schminke baut "Liebesäpfel" an

Von wegen rot und rund - In Kasseler Markthalle bietet Marktfrau 60 Tomaten-Sorten an

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Vielfalt: Marktfrau Petra Schminke ist verliebt in Tomaten, die sie selber anbaut. Hier präsentiert sie die Sorte Green Zebra. „Die ist zuckersüß und toll für Salate.“  

Kassel/Ihringshausen. Eva und Hans-Jürgen Knothe, treue Kunden der Kasseler Markthalle, fühlen sich dieser Tage von einem der Stände im Außenbereich magisch angezogen.

In ungezählten Kisten leuchten ihnen dort in allen nur erdenklichen Farben, Formen und Größen Tomaten entgegen. Gemüseproduzentin und Marktfrau Petra Schminke baut 60 verschiedene Tomaten-Sorten an.

Von wegen Rot! Es ist die Buntheit der Gewächse, die einst als „Liebesäpfel“ bezeichnet und verehrt wurden – von Rosa über Aubergine bis Zitronengelb – die zuerst ins Auge sticht. Aber auch ihre Formen sind alles andere als rund. Und dann die Namen wie Green und Black Zebra, San Marzano, Spitzl, Coeur de Boeuf oder Purple Calabash, die zum Träumen einladen und die exotische Herkunft der Nachtschattengewächse aus Lateinamerika und ihre weltweite Verbreitung erahnen lassen. 60 Sorten – darunter solche, die die Menschen schon vor Hunderten von Jahren verspeist haben, wie die knorrige Purple Calabash mit ihrer weinroten Schale – hat Petra Schminke, Gemüseproduzentin aus Ihringshausen, nach eigenen Angaben angebaut und bietet sie auf dem Markt zum Verkauf an.

„Das sind meine Babys“, sagt sie und lächelt. Jede einzelne Pflanze hat sie aus einem Samenkorn eines auf alte Sorten spezialisierten Bio-Saatgut-Vertriebs gezogen. „Ich ernte seit Juli und rechne aufgrund des tollen Sommers damit, dass die Pflanzen bis Oktober tragen“, sagt Petra Schminke: „Bis dass der Frost uns scheidet.“ Hans-Jürgen Knothe und andere Fans freut das. „Wir lieben Tomaten“, sagt er: „Ich esse sie zum Frühstück aufs Brot.“ Entsprechend nimmt sich das Rentnerpaar Zeit, in Schminkes Vielfalt zu schwelgen und sich ein Sortiment auszusuchen.

Schminke kultiviert ihre Tomaten in „gut durchlüfteten“ Folienhäusern. „Die brauchen eine sonnige Ecke und Schutz vor Regen“, sagt sie. Zu Beginn könne es sein, dass sie ihre Tomaten gießt – „damit sie in die Pötte kommen“ – gedüngt wird mit etwas Kompost. Aber wenn die Früchte gewachsen sind, werde mit Wasser sparsam umgegangen, „damit der Geschmack nicht verwässert“, wie Schminke erklärt. Denn der ist für sie bei aller Optik immer noch das Wichtigste. Auch hier gibt es unendlich viele Nuancen von honigsüß bis pfeffrig.

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