80 Interessierte bei Info-Tag

Kasseler Medizin-Uni ist gefragt: Zweiter Jahrgang startet im Herbst

Kassel. Die Kasseler Medizin-Uni geht in die zweite Runde: Im Herbst wird der zweite Jahrgang des Kassel School of Medicine (KSM) das Studium aufnehmen. An Nachfrage für die 24 Plätze mangelt es nicht.

Allein den Info-Tag am Samstag in den Räumen des Kasseler Klinikums besuchten 80 Interessierte. Das Bewerbungsverfahren für das Wintersemester beginnt am 1. Mai.

Dr. Christian Unzicker, Geschäftsführer der KSM, rechnet mit deutlich mehr Bewerbungen als im vergangenen Jahr. Da waren es 185.

Einer, der auf jeden Fall seinen Hut in den Ring werfen will, ist Philipp Klocke aus Hann. Münden. Den 18-Jährigen überzeugt vor allem die internationale Ausrichtung des zweisprachigen Studiengangs, der im englischen Southampton und am Kasseler Klinikum stattfindet. Er hofft auf eine Chance, obwohl er mit seinem Abi-Schnitt von 1,8 knapp an der geforderten Note von 1,6 vorbeischrammt.

Bewerbung bis 1. Juli möglich

Die Kassel School of Medicine (KSM) bietet seit dem vergangenen Jahr zusammen mit der Universität Soutampton ein neuartiges, europäisches Medizinstudium an. In einem zweisprachigen Studiengang nach englischem Muster werden die Studenten in fünf Jahren zum Arzt ausgebildet. Die Facharztweiterbildung beginnt damit ein Jahr früher als an deutschen Universitäten. Die ersten beiden Jahre verbringen die Studenten an der Uni in Southampton und wechseln dann für weitere drei Jahre an das Klinikum Kassel. Dort wird das Studium praxisnah fortgesetzt. Pro Jahr werden Studiengebühren von in Höhe 12 000 Euro erhoben.

† Bewerbungen für die Kassel School of Medicine können von 1. Mai bis 1. Juli, 12 Uhr, eingereicht werden. Alle Infos und und die Bewerbungsunterlagen können unter www.medizin-kassel.de abgerufen werden. Am17./18. Juli finden am Kasseler Klinikum die Auswahlgespräche für die als geeignet befundenen Bewerber statt.

Neben der Leistung zählen aber auch Eignung, Motivation und soziale Kompetenzen beim Auswahlverfahren, betont Geschäftsführer Unzicker. „Wir gucken uns den gesamten Bewerber an, nicht nur die Noten.“ Philipp Klocke hofft mit seinen Pflegepraktika und einer Ausbildung zum Rettungsassistenten punkten zu können. Für die Studiengebühren von 12.000 Euro im Jahr würden seine Eltern aufkommen. „Eine gute Ausbildung wäre uns das wert“, sagt seine Mutter Ingrid Klocke.

Für die Kasseler Medizin-Uni hat sich auch schon Setare Torkieh entschieden - und das, obwohl sie erst in der 11. Klasse ist. „Man kann sich nicht früh genug informieren“, sagt die 17-Jährige aus Kassel, die sich 2015 bewerben will. Im Gespräch mit der Studiengangs-Verantwortlichen Dr. Clare Polack aus Southampton kann sie jedenfalls schon mit fließendem Englisch glänzen.

Der erste Jahrgang des KSM studiert seit September 2013 an der Hochschule in Südengland. Sie sei beeindruckt, wie gut die deutschen Studenten im englischen Uni-Alltag zurechtkämen, sagt Polack. „und sie arbeiten sehr hart - da können sich manche unserer Studenten eine Scheibe von abschneiden.“

Johanna Althaus ist eine der KSM-Studentinnen, die beim Info-Tag von ihren Erfahrungen berichtete. Die Umstellung auf das Englische sie anfangs schwieriger gewesen als gedacht, sagt die 20-Jährige, die aus Ibbenbüren stammt. Inzwischen fallen ihr aber manchmal die englischen Begriffe schneller als deutschen ein - zum Beispiel „history taking“ für die Anamese.

Vorfreude auf Kassel

Dass das Medizin-Studium harte Arbeit wird habe sie erwartet, sagt Althaus und lacht: „Das hat sich bestätigt.“ Die Ausbildung in Southampton findet im Verbund mit den englischen Medizinstudenten statt. „Wir sind absolut gut integriert, auch in der Freizeit“, sagt die 20-Jährige. Dennoch komme keineswegs Wehmut auf beim Gedanken an den Wechsel an den zweiten Studienort Kassel im nächsten Herbst. „Wir freuen uns total auf das Krankenhaus.“

Von Katja Rudolph

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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