Untersuchung der AOK

Statistik: Nordhessen waren im Schnitt 17,4 Tage krank

Kassel. Die Kasseler Arbeitnehmer waren im vergangenen Jahr durchschnittlich 17,4 Tage krankgeschrieben. Damit liegen sie im Mittelfeld der deutschen Großstädte. Die meisten Fehlzeiten hatten Arbeitnehmer in Gelsenkirchen, die im Durchschnitt 23,5 Tage krankgeschrieben waren.

Das ergab eine Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), die gravierende Unterschiede bei den Fehlzeiten der Arbeitnehmer in den 50 größten deutschen Städten zeigt. Die geringsten Fehltage haben danach Dresdner Beschäftigte.

Der Beruf habe einen großen Einfluss darauf, wie oft und wie lange Arbeitnehmer krank sind. „Setzt sich die Belegschaft mehr aus Akademikern zusammen, die dann auch noch insbesondere in den Branchen Dienstleistungen, Banken und Versicherungen tätig sind, sind die Ausfallzeiten deutlich geringer“, sagt Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO.

Insgesamt hat der Krankenstand bei den AOK-versicherten Arbeitnehmern im Jahr 2012 im Vergleich zum Vorjahr zugenommen und liegt nunmehr bei 4,9 Prozent. Vor allem psychische Erkrankungen seien weiterhin auf dem Vormarsch. Die von ihnen verursachten Ausfalltage sind seit 1994 um 120 Prozent angestiegen und sind mit langen Ausfallzeiten verbunden: Diese dauern mit 24,9 Tagen je Fall mehr als doppelt so lange wie der Durchschnitt aller Erkrankungen mit 11,8 Tagen je Fall.

In Kassel ist der Krankenstand allerdings nicht angestiegen, sondern blieb 2012 unverändert bei 4,8 Prozent. Entgegen dem bundesweiten Trend sind hier die Fehlzeiten wegen psychischer Erkrankungen auch rückläufig gewesen: Sie fielen von einem Anteil von 9 Prozent (2011) auf 8,5 Prozent.

Dresden schneidet beim Städteranking mit 13,8 Tagen am besten ab. Das sei kaum verwunderlich, denn Faktoren wie Alter, Geschlecht und Beruf üben einen ebenso großen Einfluss auf die Krankheitshäufigkeit und -länge aus wie die Krankheitsart selbst, sagt Schröder. So haben Berufe mit hohen körperlichen Arbeitsbelastungen, beispielsweise in der Ver- und Entsorgung, in der industriellen Gießerei, aber auch Bus- und Straßenbahnfahrer oder Altenpfleger deutlich höhere Ausfallzeiten. „In Berufen mit hoher körperlicher Arbeitsbelastung und zahlreichen Arbeitsunfällen gibt es mehr krankheitsbedingte Fehltage. „Deshalb sind Arbeiter stärker betroffen als Dienstleister im Büro“, sagt Schröder.

Die meisten der insgesamt 153 Millionen Krankheitstage 2012 entfielen auf die Gruppe der Muskel- und Skeletterkrankungen (22,9 Prozent; Kassel: 21,1 Prozent), gefolgt von akuten Verletzungen (11,8 Prozent), Atemwegserkrankungen (11,4 Prozent) und psychischen Erkrankungen (10,1 Prozent).

Der Analyse des WIdO liegen die Daten von 11 Millionen AOK-versicherten Arbeitnehmern zugrunde, die 2012 in mehr als 1,3 Millionen Betrieben bundesweit beschäftigt waren. (use)

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