Claudio Funke sieht große Chancen der jährlichen Veranstaltung

Die Kasseler Museumsnacht soll expandieren

Historische Gewänder vor traumhaft beleuchteter Kulisse: Bei der Museumsnacht im Vorjahr waren Jackeline Kurz und Cornelia Wunsch als Ehrenparade im Bergpark unterwegs. Archivfoto: Malmus

Kassel. Erst die Museumsnächte haben ein Bewusstsein dafür geschaffen, welch ein bundesweit bedeutender Museumsstandort Kassel ist. Das sagt Medienberater Dr. Claudio Funke (64), einer der Initiatoren der Kasseler Museumsnacht zur aktuellen Diskussion über das Kulturereignis.

Er widerspricht damit vehement dem Autoren und Kunsthistoriker Christian Saehrendt, der die Museumsnacht spöttisch als „Zissel fürs Bildungsbürgertum“ bezeichnet hatte. Saehrendt bestreitet, dass es gelungen sei, mittels der Museumsnächte neue Publikumsschichten an die Museen heranzuführen.

Falsch, sagt Claudio Funke. „Der soll mal in die Tiefgaragen gehen und sehen, woher die vielen Besucher kommen.“ Auch hätten die beteiligten Museen die Erfahrung gemacht, dass überdurchschnittlich viele junge Leute die Häuser während der Museumsnacht besuchten. Und da die Museumsnacht die Gesamtzahl der Museumsbesucher in einem Jahr gesteigert habe, habe man auch neue Publikumsschichten erreicht.

Claudio Funke

Als Besucher könne man während einer Museumsnacht jeweils nur einen kleinen Teil des Angebots nutzen. Allein deshalb sei es sinnvoll, die Veranstaltung jedes Jahr neu anzubieten, sagt der Medienberater.

Allerdings hält Funke es für sinnvoll, das Angebot weiter auszubauen. „Man muss sich schon immer wieder etwas Neues einfallen lassen.“ Das könnte die Ausweitung in die Region bis hin zu Schloss Wilhelmsthal bei Calden sein, das könnten Themensetzungen wie etwa die Geschichte der Hugenotten in der Region sein, das könnten aber auch die verstärkte Einbeziehung des Bergparks oder die verstärkte Beteiligung der Galerienszene sein.

Im Gegensatz zu Saehrendt, der den Eventcharakter der Museumnacht kritisiert, weil er von den gezeigten Inhalten ablenke, sieht Funke gerade in einem attraktiven Begleitprogramm die Chance, Menschen beispielsweise zum Besuch einer Ausstellung im Fridericianum zu motivieren, die dieses Haus sonst nur während der documenta betreten.

Funke, der 1999 mit dem damaligen Verein „Partner für Kultur“ maßgeblich dazu beitrug, dass Sponsoren aus der Wirtschaft für die Museumsnacht gefunden wurden, ist davon überzeugt, dass mit dieser Veranstaltung ein Mobilisierungseffekt in Kassel gelungen ist, von dem die Stadt bis heute profitiert. Heute gehe es darum, in die Region zu expandieren und „die Museumsnacht vernünftig auszubauen“.

Von Werner Fritsch

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