Massive Vorwürfe gegen Sturm-18-Chef

Kidnapping und Körperverletzung: Neue Anklage gegen Bernd T.

Neonazis auf Friedrichsplatz: Das Archivbild aus dem Jahr 2011 zeigt Bernd T. mit Mitstreitern von „Sturm 18“. Archivfoto:  Feldmann

Kassel. Der Kasseler Neonazi Bernd T. muss sich wohl erneut vor Gericht verantworten: Die Staatsanwaltschaft Kassel hat gegen den Präsidenten von „Sturm 18 Cassel“ Anklage erhoben. 

Der 40-Jährige soll sich wegen des Verdachts der mehrfachen gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung, Freiheitsberaubung, räuberischer Erpressung, Nötigung und Bedrohung verantworten.

Gegen fünf weitere Personen aus seinem Umfeld wurde - je nach Beteiligung - ebenfalls Anklage erhoben, so Dr. Götz Wied, Sprecher der Staatsanwaltschaft, auf Anfrage. Über die Eröffnung des Hauptverfahrens wurde noch nicht entschieden, so Dr. Jan Blumentritt, Sprecher des Landgerichts.

Die neuen Vorwürfe gegen T., der seit 1990 bereits 23 Mal verurteilt wurde, sind massiv. So soll er unter anderem am Abend des 8.  April dieses Jahres eine 44-Jährige aufgefordert haben, eine 52-Jährige in deren Kasseler Wohnung zu schlagen. Diese hatte es offenbar abgelehnt, Mitglied bei „Sturm 18“ zu werden. Die Frau, die später flüchten konnte, soll durch die Schläge Blutergüsse im Gesicht erlitten haben. Bernd T. und zwei weitere Mitangeklagte, eine Frau (37) und ein Mann (27), sollen die 44-Jährige bei den Schlägen auch noch angefeuert haben.

Noch am selben Abend soll der 27-Jährige von Bernd T. aufgefordert worden sein, einem 46-Jährigen gegen dessen Willen eine Glatze zu scheren. Der 46-Jährige soll dann eine Woche lang auf Anordnung von Bernd T. in einer Wohnung festgehalten und mehrfach von dem 27-jährigen Angeklagten, einem 28-jährigen weiteren Mitangeklagten sowie der 44-jährigen Angeklagten geschlagen worden sein. Bei dem Opfer seien Hämatome am gesamten Körper und eine Rippenfraktur festgestellt worden.

Bernd T. war erst Ende Januar aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Obwohl er vor dem Kasseler Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt worden war, hob die Zehnte Strafkammer den Haftbefehl gegen ihn auf.  Seit Ende April sitzt Bernd T. wegen der neuen Anschuldigungen wieder in U-Haft.

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