HNA-Leser fotografierte KVG-Straßenbahn in Holland

Kasseler Oldie-Tram war in Amsterdam unterwegs

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Unerwartete Begegnung mit einer Kasselerin: Diese alte KVG-Straßenbahn der Firma Credé war von 1983 bis 2002 in Amsterdam für Stadtrundfahrten unterwegs. Ein HNA-Leser hatte die Bahn 1989 im Urlaub fotografiert.

Kassel. Als unsere Zeitung kürzlich über die alten Straßenbahnen der Kasseler Firma Credé berichtete, die auch als „Ebbelwei-Express“ für Stadtrundfahrten in Frankfurt unterwegs sind, kam HNA-Leser Helmut Schaberick eine Erinnerung.

1989 hatte er während eines Urlaubs in Holland eine Kasseler Credé-Bahn in Amsterdam fotografiert.

Die historische Bahn war 1983 von der KVG ausrangiert und nach Amsterdam verkauft worden. Dort war sie bis 2002 auf Stadtrundfahrten als Touristenattraktion im Einsatz.

Für Schaberick war es eine große Überraschung, als er bei seinem Besuch in Amsterdam plötzlich die Kasseler Bahn entdeckte. Mit seiner Frau und einem befreundeten Ehepaar stand die Reisegruppe damals vor dem Hauptbahnhof in Amsterdam, als die Credé-Bahn aus dem Baujahr 1936 um die Ecke bog.

Helmut Schaberick

Schaberick erkannte sie sofort. „Ich sagte zu meinem Kumpel: Guck mal Herbert, da kommt die Linie 11, wir sind hier richtig“, erzählt der 81-jährige aus Oberzwehren. Die „Linie 11“ wurde auch 1989 noch an der Bahn angezeigt. Als solche war sie in Kassel zwischen 1949 bis 1967 auf der Strecke der Linie 1 unterwegs. Sie fuhr aber nur auf einem Teilstück zwischen Holländischer Straße und Wilhelmshöhe.

„Beklebt war die Bahn noch genauso, wie sie Kassel verlassen hatte. Mit Doornkaat-Werbung und KVG-Schriftzug fuhr sie durch Amsterdam“, erinnert sich Schaberick.

Für die Kasseler Oldie-Bahn sollte in Amsterdam nicht Endstation sein. 2002 wurde sie vom Hannoverschen Straßenbahn-Museum übernommen. Dort steht sie bis heute betriebsbereit in der Ausstellung.

Auch in Kassel waren jahrzehntelang Oldtimer-Straßenbahnen unterwegs, die für Hochzeiten, Familienfeiern und Firmenfeste gebucht werden konnten. 2013 wurde deren Betrieb eingestellt, und ein Jahr später wurden die historischen Bahnen ins Kasseler Technikmuseum nach Rothenditmold transportiert.

Der Schritt war nötig geworden, da die Bahnen nur mit Investitionen im sechsstelligem Bereich noch eine Betriebserlaubnis bekommen hätten. Sie erfüllten nicht mehr die gestiegenen Sicherheitsvorgaben. „Eine solche Investition konnten wir als KVG nicht rechtfertigen“, sagt Sprecher Ingo Pijanka.

In anderen Städten gibt es finanzkräftige Vereine, die den Betrieb historischer Fahrzeuge finanzieren – zum Beispiel in Dresden. Vergleichbare Initiativen hatte es in Kassel nicht gegeben.

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