Ärger um Kassenautomaten neben dem RP

Parkplatz-Theater: Ticket bezahlt, doch Schranke bleibt zu

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Verärgert: Marianne Grütling bezahlte nach dem Theaterbesuch ihr Parkticket, aber die Schranke blieb zu. Wegen langer Schlangen vor der Ausfahrt war die Karenzzeit abgelaufen.

Kassel. Der Theaterabend endete für Marianne Grütling mit einem Trauerspiel. Auf dem Parkplatz zwischen Regierungspräsidium und Schauspielhaus hatte die Kasselerin ihr Auto abgestellt.

Nach der Vorstellung bezahlte sie ihr Parkticket am Kassenautomaten. Weil viele andere Besucher dies auch taten, bildete sich vor der einzigen Ausfahrt eine Autoschlange. Als Grütling vor der Schranke stand, war die Karenzzeit ihres Tickets bereits abgelaufen, und sie musste aussteigen und nachzahlen. Ein Problem, was sie schon häufiger erlebt hat.

Gerhard Jochinger, Geschäftsführer der Parkhausgesellschaft, spricht von einem „Einzelfall“. Nach dem Bezahlen hätten Parkende zehn Minuten Zeit, den Parkplatz zu verlassen. Dies gelte für alle Anlagen der Parkhausgesellschaft und sei in der Regel unproblematisch.

Wer nicht zahlt, verzögert

Dass diese Zeit bei der Theaterbesucherin Grütling nicht ausgereicht habe, könne nur daran liegen, dass mehrere Autofahrer vergessen hätten, ihr Parkticket vor der Ausfahrt zu zahlen. Dies sorge für Verzögerungen an der Schranke. Wenn alles glattgehe, könnten 60 Autos die Schranke in zehn Minuten passieren.

Nachdem sich Grütling bei der Parkhausgesellschaft beschwert hatte, schlug diese ihr vor, sich eine Parkcard zu besorgen. Diese könne aufgeladen werden, und der fällige Betrag werde bei der Ausfahrt abgebucht. Zudem könne sie die Tiefgarage unter dem Friedrichsplatz nutzen. Dort gebe es mehr Ausfahrten, und es komme nicht zu Staus vor den Schranken.

Für Grütling sind beides keine akzeptablen Alternativen. Die Parkcard wolle sie schlicht nicht, und die Tiefgarage meide sie, weil die Treppen zwischen Naturkundemuseum und Theater ein Hindernis für ihren gehbehinderten Mann seien. Sie glaubt, dass Problem liege an dem neuen Automaten, der seit dem Frühjahr am Regierungspräsidium steht. „Mit dem alten gab es nie Schwierigkeiten“, sagt Grütling.

Problem eventuell erledigt

Nach Angaben von Jochinger galt auch bei den alten Automaten eine Karenzzeit von zehn Minuten. Mit einem neuen Programm für die Parkautomaten, das vergangene Woche aufgespielt worden sei, habe sich das Problem sicher ohnehin erledigt. Wenn sich die Zeit zwischen dem Bezahlen eines Parktickets und der Ausfahrt verlängere, registrierten dies die Anlagen zukünftig und rechneten für alle weiteren Autofahrer, die ihr Parkticket bezahlt haben, automatisch mehr Karenzzeit hinzu. Auf bis zu 20 Minuten könne sich diese ausdehnen - allerdings nur, wenn es Autoschlangen vor den Ausfahrten erforderten.

Grütling hofft, dass damit das Parkchaos beendet ist.

Von Bastian Ludwig

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