Wirtschaftskrimi "Geldgerinnung"

Kasseler Professor für Volkswirtschaftslehre veröffentlicht Kriminalroman

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Prof. Björn Frank mit seinem Erstlingsroman „Geldgerinnung“, den er gemeinsam mit einem Wissenschaftler aus Passau geschrieben hat.

Kassel. Volkswirtschaftslehre so spannend wie ein Thriller? Das geht. Im Roman von Prof. Björn Frank von der Uni Kassel geht es um einen Doktoranden, der unter Mordverdacht gerät.

Gemeinsam mit einem Kollegen von der Uni Passau hat er einen Kriminalroman geschrieben, der nun erschienen ist. Unter dem Titel „Geldgerinnung“ sind die spannende Geschichte eines Doktoranden, ein Mord und volkswirtschaftliche Theorien verwoben.

Nicht nur das Thema des Kriminalromans scheint ungewöhnlich, auch der Autor passt nicht ins gängige Bild eines Volkswirtes. So hat der 52-jährige Kasseler auch eine literarische Ader. Schon vor 20 Jahren schrieb er unter dem Pseudonym Lillebjörn Kinderbücher mit Titeln wie „Der Milchzahnbiber“. Das Pseudonym hatte er sich zugelegt, weil er seine wissenschaftliche Karriere damals noch vor sich hatte und er durch seine Kinderbuchexkurse die eigene Reputation in Gefahr sah. Später absolvierte er eine Fortbildung zum Trainer für kreatives Schreiben.

„Ich finde es wichtig, Wissenschaft gelegentlich so zu verpacken, dass sie die Studenten motiviert“, sagt Prof. Frank. Da seien populärwissenschaftliche Ansätze hilfreich.

Die Idee zum Roman kam vom Passauer Kollegen Prof. Johann Graf Lambsdorff, mit dem er im echten Leben zum Thema Korruption forschte. Gemeinsam füllte das Autorenduo die 200 Seiten des Buches. Entstanden ist kein klassischer Kriminalroman aus Ermittlerperspektive, sondern eher ein Thriller, der sich um den Doktoranden Lester Sternberg dreht. Der junge Wissenschaftler gerät unter Mordverdacht, nachdem sein Doktorvater umgebracht wurde. Sternberg findet heraus, dass ihm sein Professor unmittelbar vor der Ermordung eine Forschungsarbeit geklaut hat und unter eigenem Namen veröffentlichen wollte. Weil die Forschung die Systemrelevanz der Banken in Frage stellt, liegt die Vermutung nahe, dass dunkle Mächte aus der Finanzwelt Rache übten. Und schon bald wird der Täter erkennen, dass Sternberg der eigentliche Verfasser ist. So gerät auch er ins Fadenkreuz.

So flieht Sternberg vor den Ermittlern und dem Mörder, um seine Unschuld zu beweisen und sein Leben zu retten. Begleitet wird er auf seinem Trip durch Europa von einer Studentin. Und somit kommt auch die Liebe ins Spiel. „Das wird richtig Roadmovie-mäßig“, sagt Frank.

Zwischen der chronologisch erzählten Handlung gibt es immer wieder Rückblenden, in denen auf bedeutende Wirtschaftstheorien eingegangen wird, die zur Klärung des Falls beitragen werden.

Obwohl auch Wirtschaftstheorien in dem Roman eine Rolle spielen, steht die Unterhaltung im Vordergrund. „Keine Angst, das ist keine Vorlesung auf 200 Seiten“, sagt Frank.

„Geldgerinnung“, UVK-Verlag, 200 Seiten, ISBN 978-3-86764-812-7, 19,99 Euro als Taschenbuch, 9,99 Euro als E-Book

Zur Person

Björn Frank (52) ist seit 2008 Professor für Volkswirtschaftslehre an der Uni Kassel. Er beschäftigt sich vor allem mit Mikroökonomik. Der gebürtige Hamburger wohnt in Kassel und hat zwei Kinder. Er hat an der Uni Hohenheim promoviert und habilitiert.

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