Kasseler rockt Flic Flac: Phil Os fasziniert beim Festival der Artisten

Kassel. Wenn man 23 Jahre alt ist, feiert man Silvester nicht unbedingt mit Mama und Papa. Philip Behrens ist da eine Ausnahme. So wie bei einigen anderen Dingen auch.

„Wir hatten eine Party mit allen Artisten, Freunden und Verwandten im Zirkuszelt, es war toll“, sagt der junge Mann, der als Phil Os in der Manege für Begeisterungsstürme sorgt. In der Pose eines Rockstars lässt er es mit seiner spektakulären und rasanten Diabolo-Show richtig krachen bei der Rückkehr in seine Heimatstadt.

Philip Behrens ist in Kassel aufgewachsen, genauer gesagt auf der Marbachshöhe. Und die Familie? Da hat doch bestimmt irgendwer schon mal etwas mit Zirkus zu tun gehabt? „Nein, überhaupt nicht“, sagt der Jongleur. Sein Vater ist Polizist, die Mutter arbeitet in einer Arztpraxis und sein ein Jahr jüngerer Bruder Felix studiert in Kiel.

Mit ihm hat er auf der Marbachshöhe im Kinder- und Jugendzirkus Rambazotti die ersten Schritte zum Artisten gemacht. „Rambazotti habe ich viel zu verdanken“, sagt der 23-Jährige. Trotzdem war es ein enormer Schritt vom talentierten Amateur zum Profi.

Der Auftritt von Philip Behrens alias Phil Os mit den Diabolos gehört zu den spektakulären Flic-Flac-Nummern.

Den durfte er erst gehen, als er das Abitur am Wilhelmsgymnasium in der Tasche hatte. „Das war die Auflage von meinen Eltern, und das war auch richtig so“, sagt Philip. Schon während der Schulzeit hat er deutlich mehr Zeit für das Training aufgebracht als für alles andere.

Mit 15 war er so gut, dass er andere Kinder bei Rambazotti trainierte. Er hat alle großen Jongleur-Treffen mitgemacht, die für ihn erreichbar waren, sich viel abgeguckt und noch mehr trainiert. „So sechs bis acht Stunden am Tag waren das schon“, sagt er. Und dann stand er nach vielen Auftritten unter anderem im Kasseler Starclub bei einem großen Wettbewerb auf der Bühne. Im Sommer 2011 war das. Beim „Golden Trick Festival“ in Kiew holte er mit seiner Diabolo-Show einen Preis, der ihm die Türen zu großen Engagements öffnete.

Ein Jahr lang hätte er durch Kasinos in den USA touren können, doch dieses Angebot lehnte er ab. Zu verlockend war Deutschlands berühmtestes Varieté, der Berliner Wintergarten. „Ich habe meinen Traumberuf gefunden“, sagt Philip Behrens. Und seine Traumfrau auch. Sie ist - wie könnte es anders sein - Artistin und zurzeit in Leipzig auf Tournee. „Wir sehen uns an den Wochenenden, das ist bei uns meistens montags und dienstags“, sagt Philip Behrens.

Nach Kassel geht es zurück zum Wintergarten nach Berlin. Das ist mittlerweile seine zweite Heimat. Im Pariser Lido würde er gern einmal auftreten. Und sonst? Lange überlegen muss der 23-Jährige nicht. So lange wie möglich auf der Bühne stehen und dann als Event-Manager die vielen Kontakte nutzen.

Service: Vorstellungen bis 13. Januar

Der Zirkus Flic Flac gastiert bis zum 13. Januar 2013 auf dem Friedrichsplatz, Vorstellungen beginnen um 16 und 20 Uhr. Karten gibt es zwischen 22 Euro (Kinder/ermäßigt 19 Euro) und 46 Euro (43 Euro) in allen Geschäftsstellen der HNA, Tel. 05 61/203 204, per Telefon unter 01805/14 77 99, über www.flicflac.deund an der Zirkuskasse auf dem Friedrichsplatz.

Von Thomas Siemon

Zirkus Flic Flac: Fotos von der Generalprobe

Zirkus Flic Flac: Bilder von der Generalprobe

Rubriklistenbild: © Foto: Koch

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