Tor wird untersucht

Kasseler Schleuse: Möglicherweise Sperrung für die nächste Saison

Arbeiten an der Schleuse: So genannte Metall-Nadeln wurden gestern gesetzt, um das Wasser zurückzuhalten. Dann wird das Tor geborgen. Foto: Fischer

Kassel. Ist die Schleuse noch so sicher, dass sie auch in der nächsten Saison hält? Oder ist sie schon so marode, dass sie gesperrt werden muss? Diese Fragen werden jetzt geklärt. Konkret wird dazu das obere Tor ausgebaut, um es auf Schäden zu untersuchen. Die Arbeiten haben am Dienstag begonnen.

Gleichzeitig begann damit auch das große Zittern nicht nur vieler Wassersportler. Denn stellt sich heraus, dass das Tor so große Schäden hat, dass es nicht mehr repariert werden kann, wäre das das Ende für die Schleuse. Sie müsste dann gesperrt, könnte also nicht mehr passiert werden.

Lesen Sie auch:

- Regiowiki zu Kasseler Schleuse

- Regiowiki zum Kasseler Hafen

Betroffen wären die Fahrgastschifffahrt und etliche Freizeitkapitäne. Katrin Urbitsch, Chefin des zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamtes in Hann. Münden, sagt: „Wir hoffen, dass das Tor noch repariert werden kann und hält.“ Denn, daran lässt die Amtsleiterin keinen Zweifel: Ein neues Tor wird nicht mehr in die Schleuse eingebaut. Zum einen wäre ein neues Tor „viel zu teuer“, sagt Urbitsch, zum andern würde es von den ebenfalls maroden Wänden und Halterungen der Schleuse kaum getragen werden. So gibt es für die nächste Saison nur die Alternative: Reparatur des Tores oder Sperrung der Schleuse. Das Ergebnis der Untersuchung des Tores soll laut Katrin Urbitsch Anfang Dezember vorliegen.

Über eine langfristige Rettung der Schleuse ist im Bundesverkehrsministerium noch keine Entscheidung gefallen. Die könnte so aussehen: Statt einer teuren Sanierung der großen Schleuse würde in das Bauwerk, das 2013 genau 100 Jahre alt wird, eine neue, kleine Schleusenkammer eingebaut. Das würde nach bisherigen Berechnungen etwa sechs Millionen Euro kosten.

In den vergangenen Monaten haben viele Menschen in Kassel für den Erhalt der Schleuse gekämpft. Es gab erstmals große Demonstrationen auf dem Wasser, tausende Unterschriften wurden gesammelt. Sie sollen demnächst dem zuständigen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, überreicht werden.

Fotos: Die Kasseler Schleuse

So funktioniert die Kasseler Schleuse

Mit dem Fortbestand der Schleuse, so Kassels Wassersportler, sei auch die Zukunft der Fulda verbunden. Denn: Gibt es keine Schleuse mehr, kann auch kein Baggerschiff mehr von der unteren in die obere Fulda gelangen. Die Folge: Der Fluss würde nach und nach versanden, da die Fahrrinne nicht mehr ausgebaggert würde. Das wäre auch das Ende der Regattastrecke. Betroffen wären damit auch hunderte von Jugendlichen, die rudern oder paddeln.

Von Frank Thonicke

Archiv-Video: So funktioniert die Kasseler Schleuse

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.