Erfolgreiches Geschäftsjahr

Kasseler Sparkasse hält trotz Niedrigzinsen Ergebnis stabil

Kassel. Die Kasseler Sparkasse ist 2016 gewachsen und hat ein nahezu stabiles Ergebnis erzielt. Und das trotz weiter gesunkener Zinsen und der scharfen Bankenregulierung.

Der Vorstandssprecher des führenden regionalen Kreditinstituts, Ingo Buchholz, dankte gestern bei Vorlage der Jahreszahlen den Kunden, die der Sparkasse die Treue gehalten hätten.

Die Bilanzsumme, die als eine der wichtigsten Kennziffern der Branche das Gesamtgeschäft einer Bank abbildet, stieg um 3,8 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro. Der Zinsüberschuss, die wichtigste Ertragsquelle regionaler Banken, sank jedoch um 3,3 Prozent auf 112,5 Millionen Euro. Weil aber der Provisionsüberschuss – der zweitwichtigste Ertragsbringer – um 9,3 Prozent auf 32,9 Mio. Euro zulegte, ging das Rohergebnis nur geringfügig auf 145,4 Mio. Euro zurück.

Unterm Strich, nach Abzug aller Aufwendungen, bleibt ein Betriebsergebnis von 56,5 Mio. Euro – eine halbe Mio. Euro weniger als 2015. „Wir haben viel in den Markt investiert, ohne die Kostenseite aus dem Blick zu verlieren. Das zahlt sich jetzt aus“, sagte Buchholz. Das von Stadt und Kreis getragene Institut führt 220 000 Konten. Damit ist rein rechnerisch jeder zweite Bewohner von Stadt und Kreis Kassel ein Kunde der Sparkasse.

Der Vorstandsvorsitzende der Kasseler Sparkasse, Ingo Buchholz, ist „sehr zufrieden“ – mit den guten Jahreszahlen, seinem Team und der seit einigen Jahren laufenden Neuausrichtung und Modernisierung des regionalen Kreditinstituts. „Ich denke, wir haben in der Vergangenheit vieles richtig gemacht“, sagte Buchholz bei der Präsentation der Jahreszahlen 2016. Gemeint ist vor allem die Umstellung zahlreicher Geschäftsprozesse auf digitale Technik, aber auch die konsequente Bearbeitung eines extrem wettbewerbsintensiven Marktes, in dem sich zahlreiche regionale, überregionale und seit Jahren auch immer mehr Direktbanken tummeln. 

Die Kasseler Sparkasse hat gegenüber vielen Banken in anderen Landstrichen aber auch den Vorteil, dass die Wirtschaft in Nordhessen boomt. „Die Region entwickelt sich prächtig. Hier drehen sich die Kräne. Daher erzielen wir gute Gewinne, reinvestieren sie und machen unser Haus zukunftssicher“, resümierte Buchholz. Die Region habe sehr großes Potenzial, und der Sparkasse sei es gelungen, einen Teil davon für sich zu heben. Sparen ja, aber nicht um seiner selbst Willen, lautet die Devise in der Zentrale an der Kasseler Wolfsschlucht. 

Den weiter gesunkenen Zinsen begegnete die Sparkasse auch 2016 mit einem in fast allen Segmenten gestärkten Geschäft. So stiegen die Kreditzusagen um neun Prozent auf 596 Millionen, das Gesamtkreditvolumen – also neue und alte Darlehen – um fünf Prozent auf fast 3,5 Milliarden Euro. Die hohe Nachfrage nach Kapital wird sowohl von steigenden Wohnungs- und Hauskäufen sowie energetischen Sanierungen und Modernisierungen als auch von der hohen Investitionfreudigkeit der heimischen Wirtschaft gespeist. Den Krediten standen mit 4,2 Milliarden Euro Kundeneinlagen fast 120 Mio. mehr gegenüber, die die Sparkasse – dem Regionalprinzip folgend – an andere Kunden ausleiht. Zulegen konnte auch das Geschäft mit Kapitallebensversicherungen, wohingegen die Vermittlung von Sachversicherungen und Bausparverträgen etwas schlechter lief. 

Ingesamt konnte die Sparkasse ihre Kosten weiter optimieren. Das lag nicht nur an einem vergleichsweise moderaten Tarifabschluss sowie spürbaren Einsparungen bei den Sachkosten, sondern auch am Wegfall von 29 Stellen infolge natürlicher Fluktuation. Viele ältere Beschäftigte nutzen ein neues Gesetz, das den Wechsel in den Ruhestand ohne Rentenabschläge unter bestimmten Bedingungen ermöglicht. Einen Teil des Gewinns hat die Kasseler Sparkasse erneut zur Stärkung des Eigenkapitals verwendet. Die Quote liegt bei nunmehr 25,5 Prozent (Vorjahr: 25). Davon können viele Großbanken nur träumen: Deren Eigenkapitalquote liegt häufig bei zehn Prozent oder darunter.

Hintergrund

Die Kasseler Sparkasse ist nicht nur die größte Regionalbank in Nordhessen, wichtiger Mittelstandsfinanzierer und klassischer Kreditgeber der öffentlichen Hand, sondern auch ein großer Arbeit- und Auftraggeber, Steuerzahler und Förderer sozialer, sportlicher und kultureller Projekte in der Region. Allein 2016 vergab die Bank Aufträge über 29,1 (Vorjahr: 30,3) Millionen Euro ganz überwiegend an Firmen in der Region. Die Lohnsumme der aktuell 1090 Mitarbeiter, die größtenteils im Geschäftsgebiet leben und somit ihr Geld dort lassen, belief sich auf 48,2 (48) Mio. Euro. Insgesamt zahlte die Kasseler Sparkasse im Berichtsjahr 16,6 (17,6) Mio. Euro Steuern an den Fiskus sowie an die Kommunen, in denen sie aktiv ist. Hinzu kommen die Einkommensteuern, die die Beschäftigten abführen. Fast 1000 Projekte beziehungsweise Vereine erhielten 2016 gut 1,5 Mio. Euro Förderung von der Sparkasse.

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